Abschluss der Themenwoche 23 „Digitale Demokratie“

Veröffentlicht am von Moderation Onlinekurs

In dieser Woche, in der es um die fortschreitende Digitalisierung der Bürger-Staat-Beziehungen ging, standen in den Medien die Ergebnisse des Piratenparteitags vom vergangenen Wochenende im Vordergrund. Letztendlich ging es auf dem Parteitag auch um die Frage, ob Elemente der direkten oder der repräsentativen Demokratie in Zukunft den Politikstil der Piraten dominieren sollten. Die Grundidee von „liquid feedback“, jener Piraten-Software, die die eigene Stimme ständig im Fluss halten und Entscheidungen von Fall zu Fall ermöglichen soll, ist ja, mit Hilfe eines flexiblen Verfahrens über das Netz zu innerparteilichen Konsensentscheidungen zu gelangen.

Dieser Ansatz trägt auch der Erfahrung Rechnung, dass Ad-hoc-Entscheidungen immer häufiger notwendig und eingefordert werden. Eine solche digital beschleunigte, komplexe Demokratie setzt die handelnden Akteure aber unter permanenten Entscheidungsstress.

Die Tatsache, dass die Piratenpartei als Symbol ihrer „Anderspolitik“ sich dann doch nicht für die „Ständige Mitgliederversammlung“ (SMV) via Internet entscheiden konnte, scheint nicht zuletzt Ausdruck der Besorgnis zu sein, man könne dem „Entscheidungsstress als Regelfall“ auf Dauer nicht gewachsen sein. Zaudern heißt deshalb hier auch: Entschleunigen. Dies entspricht dem Selbstverständnis einer repräsentativen parlamentarischen Demokratie, die ja tendenziell entschleunigt getaktet ist: Parlamente sollen durch sorgfältige Beratung nach drei Lesungen zu einem Ergebnis kommen.

Vielleicht kann deshalb der Verzicht der Piratenpartei auf einen „permanenten Online-Parteitag“ auch als Versuch verstanden werden, die Qualität von politischen Entscheidungen durch eine Entschleunigung der innerparteilichen Entscheidungsverfahren zu stärken.

In einem bissigen Kommentar auf „Spiegel Online“ hat jetzt der Berliner Blogger und  Kommunikationsberater Sascha Lobo in seiner Kolumne „S.P.O.N. – Die Mensch-Maschine“ den Piraten vorgeworfen sich durch eine „Verflusskieselung“ ihrer Politik dem Stil der Altparteien anzunähern und dadurch ihre Wahlchancen zu minimieren.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/sascha-lobo-gibt-der-piratenpartei-doch-noch-eine-chance-a-899660.html

Lobo kommt zu dem Schluss: „Die Chance der Piraten liegt nicht darin, eine klassische Partei im Internet zu werden, sondern im Versprechen einer partizipativen Anderspolitik“.

Die Chancen einer solchen „partizipativen Anderspolitik“ via Internet waren das Thema des „ Funkkollegs Wirklichkeit 2. 0“ in der 23. Woche mit dem Themenschwerpunkt „Digitale Demokratie“.

Viele Grüße Peter Kemper, hr2-kultur

Veröffentlicht unter Allgemein, Thema 23 - Digitale Demokratie | Tags , , , | Kommentar schreiben

Update zur 23. Folge „Digitale Demokratie – Politische Willensbildung im Netz“

Veröffentlicht am von Moderation Onlinekurs

Auf ihrem Bundesparteitag vom vergangenen Wochenende wollten die Piraten ernst machen mit der digitalen Demokratie – zumindest in den eigenen Reihen. Doch der Versuch, eine ständige Online-Mitgliederversammlung scheiterte:

http://carta.info/57784/warum-die-piratenpartei-eine-standige-mitgliederversammlung-braucht/

Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Allgemein, Thema 23 - Digitale Demokratie | Tags , , | Kommentar schreiben

Eröffnung der Themenwoche 23 – Digitale Demokratie / Politische Willensbildung im Netz

Veröffentlicht am von Moderation Onlinekurs

„Das Internet ist ein Paradies für Verbraucher und eine Hölle für Bürger“

Evgeny Morozov, 2011

Trifft diese Diagnose des 1984 in Weißrussland geborenen, an der Universität Stanford, Kalifornien lehrenden Publizisten Evgeny Morozov auch heute noch zu? Oder ist bereits zu erkennen, dass die Politik, die Zivilgesellschaft und jeder Bürger die Möglichkeiten des Internets für die Förderung der Demokratie und bürgergesellschaftlicher Verantwortung ausschöpfen? Wie wirken sich die Kommunikationspotentiale des Netzes auf unser repräsentatives System aus? Wird mehr direkte Demokratie möglich? Kann das Internet bestehende Beschränkungen im politischen Meinungs- und Willensbildungsprozess aufheben oder ihnen zumindest entgegenwirken? Oder steht das Netz mehr und mehr für einen „elektronischen Populismus“, der auf Informationsdominanz und einseitigen Informationen beruht? Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Allgemein, Thema 23 - Digitale Demokratie | Tags , , , , , | Kommentar schreiben

Herzlich Willkommen zum hr2-Funkkolleg Medien

Veröffentlicht am von Markus Pleimfeldner

Das Internet setzt sich mehr und mehr als neues Leitmedium durch. Die Digitalisierung erfasst alle privaten und gesellschaftlichen Lebensbereiche. Welche Vorteile und welche Risiken ergeben sich daraus? Müssen unsere Vorstellungen von Identität, Freundschaft und politischer Partizipation neu definiert werden? Was bedeutet Lernen, Kommunizieren und soziale Organisation im Netz? Welche Freiheiten hat uns die digitale Revolution gebracht? Mit welchen neuen Abhängigkeiten bezahlen wir dafür?

Weitere Informationen zum hr2-Funkkolleg Medien

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert

Duecks Aufruf zum metakulturellen Diskurs… oder was ich davon und darunter verstanden habe

Veröffentlicht am von mons7

Nach und nach habe ich die #rp13 nachgearbeitet. Gestern Nacht mir den Dueck zu Gemüte geführt. Selbst ein Bild machen?

Für mich und euch darunter zusammengefasst, was ich davon (unter dem metakulturellen Diskurs) verstanden habe. Oder besser gesagt ganz konkret für mich abgeleitet habe.

Schritt 1: Akzeptiere Diversität nicht nur, sondern heisse sie willkommen

Ich bin also, da auf der re:publica gewesen ;) … das grüne Bändchen im bunten verfilzten Ball. Und auch ich habe mich mal wieder mit euch andern Gründbändlern – wie hier bereits beschrieben – pudelwohl gefühlt. Besonders vermisst man die Gleichgesinntheit die Tage direkt nach dem Event. So zumindest deute ich Tweets wie diesen.

Schritt 2: Artikuliere Deinen Standpunkt als (kulturellen) Ausgangspunkt, aber in allseits verständlich

Wenn jetzt jede Farbe ihre Daseinsberechtigung hat, dann auch meine. Aber was macht die aus? Der Versuch eines auf den Punkt bringens.

Wenn sich andere über den Unbill der Welt ärgern oder aufregen, lache ich zumeist darüber. Manchmal auch über mich selbst. Das geht aber nur mit einem gewissen Twitter-Humor.
Das Leben setzt sich zusammen aus einer Reihe von Anekdoten. Diese stehen wie Bilder für meine spezifische Haltung, Einstellung, Wertungen. Am leichtesten lockt man einen solchen Einblick aus mir heraus, indem man mich auf die Lernspielwiese schickt.
Arbeit ist zum gut Leben da. Und auch während der Arbeit lebe ich. Höchstleistungen erbringe ich, indem ich den richtigen Moment erkenne… und diesen packe/zupacke.

Schritt 3: In der eigenen Wohlfühl-Community zu verbleiben bringt’s nicht. Ab in die Mitte zu “den Andern”

Und was mache ich dann da? Nun ja. Zumindest nicht Talkshow-Ehe-mäßig schlagabtauschen. So Duecks Aufforderung. Sondern vielmehr

  • Dem Gegenüber Empathie entgegenbringen. (Schwer. Oft.)
  • Wenn’s ans Schlagabtauschen geht, meta-ebene einnehmen. (Noch schwerer.)
  • Auf Hintergrundfolie von dem, was wir “eigentlich” Wollen (Vision) schon mal im Kleinen angefangen etwas Gemeinsames (Neues) entwickeln. (Unmöglich?)

Ich geh’ dann mal bunt.

Wir sehen uns hier und draußen.

Eure @mons7 (Monika E. König)


Tags | Kommentare deaktiviert

Wissen im Netz

Veröffentlicht am von jrobes

Eine kurze Vorstellung von drei Webressourcen: Horizon Report, Stiftung Warentest und die Bundeszentrale für Politische Bildung. Bei der Bundeszentrale verweise ich auf das aktuelle Wikipedia-Dossier. Und bei der Stiftung Warentest kann ich gleich auch auf eine aktuelle Umfrage hinweisen, die den Weg aus Berlin in meinen Postkorb gefunden hat: Danach achten Personaler, wenn sie eine Weiterbildung für ihre Mitarbeiter auswählen, vor allem auf Rückmeldungen der Mitarbeiter, auf persönliche Empfehlungen und die fachlichen Qualifikation des Trainers, aber am wenigsten auf seine pädagogische Qualifikation (”Umfrage Weiterbildung: Fachwissen wichtiger als Didaktik”).
Jochen Robes, Wirtschaft & Beruf, Zeitschrift für berufliche Bildung, 02/2013

Tags , | Kommentare deaktiviert

Jimmy Wales: Boring university lectures ‘are doomed’

Veröffentlicht am von jrobes

Jimmy Wales ist auch noch da. Hier spricht der Wikipedia-Gründer über das Ende der traditionellen Vorlesung, über Homeschooling und dann über anstehende Pläne im “Kerngeschäft” von Wikipedia: “… to support languages in Africa where there have never been encyclopaedias in the first place”. Und: “… to make it easier for a wider variety of people to write and edit articles, with an editing tool that is more user-friendly”. Das ist überfällig.
Sean Coughlan, BBC News, 1. Mai 2013

Tags | Kommentare deaktiviert

#rp13 Nachlese. Open Journalism. Machen wir das nicht alle schon irgendwie?

Veröffentlicht am von mons7

Tolle Sache. Die Übersicht mit den verlinkten YouTube-Aufzeichnungen. Klasse. Nächstes Jahr werde ich nur noch networken, und inhaltlich einfach alles nachschauen. ;)
Wie z.B. den Vortrag von Daniel Bröckerhoff. Der als @doktordab twittert. Auch mal schaun?

Da zählt er ganz zu Anfang 10 Grundsätze von Open Journalism auf (die er von @alanrusbridger hat). Die ich hier mal in Kürze und eigenen Worten wiedergeben mag. Und sogleich kommentieren, dass wir das doch in der Art eh’ schon alle machen. So als Blogger. Heisst das, wir sind alle Open Journalists, nur dass uns keiner dafür bezahlt? Der einzige Unterschied also der des Vergütetwerdens?

Weiterlesen →
Veröffentlicht unter Allgemein, Thema 18 - Die neue Mitteilungswut, Thema 20 - Digitale Geschäftsmodelle | Tags , | Kommentare deaktiviert

Abschluss Themenwoche 22 – Netzpolitik und Netzneutralität

Veröffentlicht am von Moderation Onlinekurs

Netzneutralität ist nicht nur Thema unseres Funkkollegs auf hr2-kultur in dieser Woche, sondern es ist auch zentrales Thema der größten deutschen Internetkonferenz „re:publica“, die am Montag in Berlin eröffnete. Marcus Beckedahl, den Sie im hr2-Funkkolleg zum Thema hören können, eröffnete die Konferenz mit der Forderung an die Politik, das „Prinzip eines offenen und neutralen Internets“ gesetzlich festzuschreiben. Hier geht’s zu seiner Eröffnungsrede:

http://www.re-publica.de/news/republica-2013-eroeffnet

Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Allgemein, Thema 22 - Netzneutralität | Tags , , | Kommentar schreiben

#rp13. Mit 3-facher Offenheit als Credo des Trio MOOCfernale.

Veröffentlicht am von mons7

Gute MOOCs – böse MOOCs? Openness als Killerkriterium!

Präsentation… und Verschriftlichung

Nun ist sie also vorbei, die #rp13.

Diesmal für mich besonders kurz und besonders intensiv. Mit der Krönung eines gemeinsamen Vortrages des Trio MOOCfernale.

Die Präsentation dazu habe ich oben für euch ja schon – zum Nachklicken – eingebunden, es gibt sogar den ausformulierten Text zum Nachlesen, und zwar hier. Das Einzige, mit dem ich nicht dienen kann ist eine Aufzeichnung, unser Vortrag fand nämlich auf Stage 6 statt, lediglich die Vorträge auf Stages 1-5 wurden aufgezeichnet, nicht diejenigen von 6-9. :(

Weiterlesen →
Veröffentlicht unter Allgemein | Tags , | Kommentare deaktiviert

Eröffnung der Themenwoche 22 – Netzneutralität

Veröffentlicht am von Moderation Onlinekurs

Die Ankündigung vor zwei Wochen hat für einen Aufschrei gesorgt:  Die Deutsche Telekom will bei künftig abgeschlossenen Verträgen die Surf-Geschwindigkeit ab einem bestimmten Datenlimit drosseln. Nachrichten, Filme oder Musik aus dem Internet runterzuladen, ist dann für die Neueinsteiger ab einem bestimmten Datenlimit nicht mehr in der gewohnten Geschwindigkeit möglich – es sei denn, sie bezahlen dafür extra. Bis das Vorhaben umgesetzt sein kann, dauert es eine Weile. Die Reaktionen im Netz kamen jedoch spontan. Von einem „Frontalangriff auf die Netzneutralität“ war da die Rede, von einer Bedrohung der „Freiheit des Internets“, gar vom „Ende des Internets wie wir es kennen“. Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Allgemein, Thema 22 - Netzneutralität | Tags , | Kommentar schreiben