Der Preis des Kostenlosen! Was sind unsere Daten wert?

Veröffentlicht am von Markus Pleimfeldner

Grafik: Der Preis des Kostenlosen (Bild: hr)
 

Materialien für die kritische Medienbetrachtung

Eine eigenes Profil bei Facebook, ein E-Mail-Konto bei Yahoo, eine Suche über Google. Täglich nutzen viele Millionen Menschen Angebote im Internet, für die sie nie eine Rechnung bekommen. Und doch zahlen sie dafür – mit ihren Daten.

Hinter den kostenlosen Angeboten stehen oft Milliarden schwere Konzerne. Und die verdienen ihr Geld mit dem, was sie über die Nutzer, ihre Kunden wissen. Denn je genauer das Profil eines Nutzers, je mehr über seine Lebensumstände, seine Hobbies, Interessen, Wünsche etc. bekannt ist, umso gezielter können diesem Nutzer Werbeangebote unterbreitet werden, und umso teurer können die Anbieter wie Facebook oder Google ihre Werbeplätze verkaufen.

Wie funktioniert dieses Geschäft genau? Wird aus einer kostenlosen Dienstleistung im Netz bare Münze? Wie sehen die Geschäftsmodelle aus? Welchen konkreten Wert haben einzelne Informationen, die der Nutzer im Netz freiwillig oder auch unfreiwillig hinterlässt? Und schließlich: Welchen Anteil hat das Verhalten der Nutzer selbst daran, dass Unternehmen mit ihren Daten viel Geld verdienen können?

Wie hoch ist er also, der „Preis des Kostenlosen“? Auf diese Frage hat die Recherche-Redaktion (Story-Redaktion) von hr-iNFO, dem Informationsradio des Hessischen Rund­funks, eine Antwort gesucht und gefunden. Die Ergebnisse der Recherche wurden den Hörern von hr-iNFO zwischen März und Juni 2012 wöchentlich in unterschiedlichen Facetten präsentiert.

Wichtiger Teil des Projekts war eine Kooperation mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt um Professor Peter Buxmann. Die Darmstädter Forscher sind für hr-iNFO unter anderem der Frage nachgegangen, wie die Internetnutzer selbst zu dem Geschäft „Kostenlose Angebote gegen Datensammlung und gezielte Werbung“ stehen. Dazu wurde ein ca. 100 Fragen langer Online-Fragebogen entwickelt, den ab Mitte April 2012 knapp 1.400 Hörer von hr-iNFO und der Jugendwelle YOU.FM sowie Nutzer von hr-online.de ausgefüllt haben.[1] Davon gaben 75 Prozent an, dass sie soziale Netzwerke mindestens einmal im Monat nutzen.

Ausgehend von diesem Projekt sind jetzt Materialien für den Bildungsbereich entstanden:

  • Zielgruppen: alle Schulformen und Jahrgangsstufen ab 5. Klasse, Lehrerfort- und ‑ausbildung
  • Sensibilisiert SchülerInnen für den Umgang mit den eigenen Daten im Internet,
    Schwerpunkt Soziale Netzwerke
  • Alle Unterrichtsmodule basieren auf einem oder mehreren Audios aus der Sendereihe „Der Preis des Kostenlosen“ und werden durch die aufbereiteten Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt ergänzt
  • Aus dem Inhalt: „Daten gegen Dienstleisung – der Nutzer im Dilemma?“,
    „Umgang mit Daten: Haben die Nutzer ihre Daten unter Kontrolle?“,
    „Wie wird mit kostenlosen Angeboten im Netz Geld verdient?“
  • Blog zum Forschungsprojekt mit Ergebnissen der Studie, Audiobeiträgen und weiteren Informationen unter http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/

Die Materialien und ausgewählten Audios können auf der Wissenseite des hr heruntergeladen werden.


[1] Derartige Online-Befragungen sind in der Regel nicht repräsentativ, da die Teilnehmer nicht gezielt nach Alter, Geschlecht etc. ausgewählt werden. So waren die Teilnehmer auch in diesem Fall mit 38,5 Jahren durchschnittlich etwas jünger als die deutsche Gesamtbevölkerung (ca. 43 Jahre). 60 Prozent der Befragten waren männlich, 40 Prozent weiblich (Deutschland: 51 % weiblich). Auch das Bildungsniveau der Teilnehmer lag über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.

Über Markus Pleimfeldner

Koordinator des Arbeitskreises Rundfunk und Schule, c/o Hessischer Rundfunk

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