Nachlese zur Themenwoche 05: Schriller Streit um das Leistungsschutzrecht

Veröffentlicht am von Claudia Bremer

Die Sendereihe Breitband in Deutschlandradio Kultur widmete sich am Samtag den 8.12.2012 auch dem Leistungsschutzrecht. Hier ein Auszug aus der Sendungsankündigung und das Interview mit Thomas Lückerath, Chefredakteur der Medienseite dwdl.de.

„Beim Streit um das Leistungsschutzrecht wird verbal aufgerüstet. Zumindest haben Vertreter des Springerverlags sehr scharfe Bilder bemüht – Google sei eine Art Taliban. Springer-Lobbyist Christoph Keese ruderte dann aber doch zurück und entschuldigte sich bloggenderweise. Was er hatte sagen wollen: Google sei zu starr und orthodox, was die Technik betrifft. Das Unternehmen unterstütze nämlich keine neue Technologien mit der Webseitenbetreiber bestimmen könnten, welche Inhalte ihrer Seiten Suchmaschinen anzeigen dürfen.

Nicht entschuldigt hat sich dagegen der Springer Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner. Der hat Google in einem Zeitinterview mit einer Hehlerbande verglichen. Schrille Töne – über die sich Thomas Lückerath nicht wundert. Er findet, die Verlage sollten sich erst mal um ihre hausgemachten Probleme kümmern. Welche Probleme er damit meint, lässt sich hier im kompletten Interview nachhören:

“Statt sich mit den hausgemachten Problemen zu beschäftigen, ist es natürlich für eine gesammelte Branche einfacher einen Bösewicht auszumachen, von dem man sich Gelder erträumt.“

Fall Copyright
In der Sendung ebenfalls behandelt wird der Fall eines Mitarbeiter der Republikaner im Repräsentantenhaus, Dereck Khanna, der entlassen wurde, weil er eine Reform des Copyrights forderte. Im November hatte er im Namen eines Abgeordneten der Republikaner ein Diskussionspapier zum Copyright veröffentlicht, indem er anregte, die Schutzfristen zu verkürzen, „da das aktuelle Copyright ganze Märkte zerstören würde und häufig nur den Rechteverwertern nutze“.

Hier die ganze Sendung mit auch dieser Meldung:

Leistungsschutzrecht auch für soziale Netzwerke?
Eben erschien eine Meldung auf golem.de, die eine Mitteilung der Bundesregierung, auf eine Kleine Anfrage der Fraktion der Partei Die Linke behandelt, ob das Leistungsschutzrecht auch für soziale Netzwerke gelten könnte: „Die Entscheidung, inwieweit bei der öffentlichen Zugänglichmachung mittels Mikroblogging-Diensten eine innere Verbindung zwischen dem fremden Werk und den eigenen Gedanken hergestellt wird und das Zitat als Belegstelle oder Erörterungsgrundlage für selbstständige Ausführungen des Zitierenden erscheint, obliegt im Einzelfall der Rechtsprechung.“ siehe mehr unter:

http://www.golem.de/news/bundesregierung-leistungsschutzrecht-koennte-fuer-soziale-netzwerke-gelten-1212-96313.html

Über Claudia Bremer

Claudia Bremer, eLearning, Goethe-Universität Frankfurt

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