Eröffnung der Themenwoche 17: Datenkonstruktionen: Kunst und Musik im Netz

Veröffentlicht am von fjroell

Die 17. Sendung beschäftigt sich mit Kunst und Musik im Netz. Sie beschäftigt sich mit künstlerischen Aktivitäten, die in der Regel nicht im Brennpunkt der Öffentlichkeit stehen, da sie sich konträr zum traditionellen Kunstbetrieb entwickelt hat. Auffallend ist, dass die Mehrzahl der Kunstprojekte nicht als ästhetische Ausdrucksformen zur Selbstaktualisierung dienen, sondern sich kritisch und reflektierend mit unserer digitalien Lebenskultur auseinandersetzen. Es geht nicht um l’art pour l’art, sondern um einen Anstoß gesellschaftlicher Kommunikation. Nicht Sendungsbewusstsein steht im Vordergrund, sondern Dialogbereitschaft. So zielt das Okto-Rohrpost-System der „Telekommunisten“ darauf ab, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Wirtschaftsmodelle und Sozialbeziehungen unsere Kommunikation beeinflussen. In der Tradition von Robin Hood agiert das Künstlerkollektiv „Ubermorgen“, mit verblüffenden Strategien gelingt es ihnen, das System von Amazon und Google mit ihren eigenen Geschäftsmodellen zu stören. Auch an anderen Beispielen wird die subversive Dimension der digitalen Medienkunst verdeutlicht.

Eine weitere Dimension der digitalen Kunst, die vorgestellt wird, verknüpft sich mit den Begriffen „Soziale Plastik“ bzw. „Sozialplastik“ (in Anlehnung an Beuys). Das Projekt „Die internationale Stadt“ sieht sich dieser Tradition verpflichtet. Bei diesen Projektionen steht die Auseinandersetzung mit der Ästhetik des neuen Kommunikations-Medium im Vordergrund.

Die digitalen Künstler agieren meist in Kollektiven und distanzieren sich, wie z.B. Conrelia Sollfrank, von Begriffen wie „Genie“, Originalität“ und „Autorenschaft“. Mit ihrem „Netzkunstgenerator“ macht sie die Betrachter zu „usern“, der Computer und die Software werden zur Kunstmaschine.

In der Sendung wird zudem auf die Bedeutung von ars electronica, dem Institut für Neue Medien, dem Zentrum für Kunst- und Medientechnologie und der transmediale als Transmissionsinstitute für digitale Kunst eingegangen.

In der Sendung wird verdeutlicht, dass sich die Grenzen von Netzkunst, Künstler und Popkultur zunehmend verwischen. Die Bedeutung und Rolle von Remix und Mashup werden ausführlich erörtert und an Beispielen belegt. Sie werden als selbstverständliche kulturelle Produktionstechniken in der digitalen Informationsgesellschaft hervorgehoben.

In der Sendung und in den Zusatzmaterialien, die von Studierenden der Hochschule Darmstadt, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Soziale Arbeit, verfasst wurden, werden die unterschiedlichen Positionen erörtert. Es gibt viele Ansatzpunkte zum Dialog und zur kritischen Auseinandersetzung. Wir freuen uns auf Ihre Reaktionen, Ihre ModeratorInnen Jennifer Kress, Jochen Pelzer und Franz Josef Röll.

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