Eröffnung der Themenwoche 22 – Netzneutralität

Veröffentlicht am von Moderation Onlinekurs

Die Ankündigung vor zwei Wochen hat für einen Aufschrei gesorgt:  Die Deutsche Telekom will bei künftig abgeschlossenen Verträgen die Surf-Geschwindigkeit ab einem bestimmten Datenlimit drosseln. Nachrichten, Filme oder Musik aus dem Internet runterzuladen, ist dann für die Neueinsteiger ab einem bestimmten Datenlimit nicht mehr in der gewohnten Geschwindigkeit möglich – es sei denn, sie bezahlen dafür extra. Bis das Vorhaben umgesetzt sein kann, dauert es eine Weile. Die Reaktionen im Netz kamen jedoch spontan. Von einem „Frontalangriff auf die Netzneutralität“ war da die Rede, von einer Bedrohung der „Freiheit des Internets“, gar vom „Ende des Internets wie wir es kennen“.

Das Thema „Netzneutralität“ – das kann man den Reaktionen entnehmen – ist eng verbunden mit den Freiheits-, Gleichheits- und Demokratieversprechen, die von allem Anfang an mit dem Internet einhergehen. Johannes Paßmann erinnert in seinem Funkkolleg „Netzpolitik und Netzneutralität. Wie demokratisch ist das Internet“ an die Ideale der frühen Internetpioniere und erläutert, wie sie sich in das Prinzip der Netzneutralität eingeschrieben haben. Das lautet knapp zusammengefasst: Im Netz sind alle Datenpäckchen gleich, unabhängig vom Sender, vom Empfänger, vom Weg oder von ihrem Inhalt. In der Sendung kommen netzpolitische Aktivisten wie Marcus Beckedahl oder Andreas Bogk ebenso zu Wort wie der Pressesprecher der Deutschen Telekom, Philipp Blank oder der Netzvordenker und Jura-Professor aus Harvard, Lawrence Lessig.

Im Anschluss an die Sendung wäre zu fragen: Welche Regeln braucht das Internet? Sollte man etwa Netzneutralität gesetzlich vorschreiben oder das dem „Markt“ überlassen? Was will man mit Netzneutralität überhaupt erhalten: Kann man wirklich erwarten, dass alle Päckchen gleich transportiert werden? Oder muss mit Netzneutralität das „End-to-end-Principle“ gemeint sein, also die Vorstellung, dass Intelligenz an den Endgeräten sitzt und die Nutzer selbst entscheiden – und nicht ein technisches Instrument wie die „Deep Packet Inspection“? Und: Wie könnte es denn aussehen könnte, wenn Nutzer über die Geschwindigkeit ihrer Datenpäckchen entscheiden?

Eine engagierte Diskussion wünscht Julika Tillmanns, hr2-kultur

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