Archiv der Kategorie: Thema 03 – Ende der Privatheit?


Abschluss des ersten Themenblocks

Veröffentlicht am von Claudia Bremer

Heute wollen wir nicht nur die letzte Themenwoche, sondern den ganzen Themenblock abschliessen, der unter dem Titel „Freiheits-Versprechen“ stand und mit der Frage „Leben im Netz – Das Internet als neues Leitmedium?“ begann. Dann ging es um die Sozialen Netzwerke, das Ende der Privatheit sowie Kommunikationskosten und -risiken, eine Folge, die eher zum vorsichtigen Umgang mit den eigenen Daten im Netz aufrief. In den letzten beiden Wochen widmeten wir uns den Fragen des Urheberrechts, passend zur laufenden Debatte um das Leistungsschutzrecht. Wir schlossen mit dem Thema „Internet-Mobbing und Cyber-Bullying“ und der Frage „Wie verhalte ich mich richtig im Netz?“.

Die einzelnen Sendungen haben zu unterschiedlich vielen Beiträgen geführt. Die aktivste Debatte fand zur Frage des Urheberrechts statt. Eher zurückhaltend wurden die Themen Internet-Mobbing und Kommunikationsrisiken aufgenommen. Vielleicht animierten hier die Warnungen vor den negativen Auswirkungen einer intensiven Internetnutzung nicht gerade zur aktiven Teilnahme …

Es ist schwer, über all die vielen Themen und Wochen ein Fazit zu ziehen. Deutlich wurde, dass die neuen Medien und soziale Netzwerke ein wichtiges Element unserer modernen Gesellschaft geworden und aus ihr nicht mehr wegzudenken sind. Zugleich braucht es einen offenen Diskurs, um die Gefahren und Risiken bewusst wahrzunehmen und entsprechende Regelungen, Routinen und Kompetenzen aufzubauen. Wir beide, Dr. Jochen Robes und Claudia Bremer, stehen jedoch nach wie vor den Chancen des Netzes positiv gegenüber, was sich hoffentlich auch in unserer Moderation widergespiegelt hat. Nichtsdestotrotz bleibt der Aufbau von Medienkompetenzen in all ihren Facetten, gerade bei Kindern und Jugendlichen, ein zentrales Thema. Dies leitet uns hervorragend in die nächsten Themenwochen über, die ab jetzt von Steffen Wachter und Dr. Christoph Köck, beide vom Hessischen Volkshochschulverband (hvv), moderiert werden.

Wir bedanken uns fürs Mitmachen, Lesen und Kommentieren und wünschen Ihnen noch weitere interessante Themenwochen,

Claudia Bremer und Jochen Robes

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Demokratie in umzäunten Gärten: Mitbestimmung in sozialen Netzwerken (zu den Themenwochen 01-04)

Veröffentlicht am von Claudia Bremer

Be or der erste Themenblock zu Ende geht, hier noch eine Meldung zu den Themenwochen 1-4, Soziale Medien:

Sind soziale Netzwerke tatsächlich Privatgelände, wenn sie von so mächigen Anbietern wie Facebook betrieben werden? Wie steht es dort aus mit Partizipation und Mitbestimmung?

2009 ließ Facebook seine Mitglieder über Änderungen des Datenschutzes abstimmen. Doch die Mitbestimmungsdebatte von Facebook geriet zur Farce. Damit das Votum wirksam wird, hätten aber ein Drittel aller Mitglieder teilnehmen müssen, was nicht geschah. „Wie demokratisch waren die Bedingungen der Abstimmung wirklich?“ fragt breitband.dradio.de Jeanette Hofmann, Gründungsdirektorin des von Google finanzierten Instituts für Internet und Gesellschaft an der Humboldt-Universität Berlin.

Nun rief Facebook wiederholt zur Abstimmung auf: Noch bis Montag liess Facebook darüber abstimmen, ob es Mitbestimmung durch seine Mitglieder in Zukunft weiter geben soll. Doch auch jetzt blieb eine ausreichende Beteiligung aus. Anlass für breitband.dradio.de, die Reihe „Medien und digitale Kultur“ des Senders Deutschlandradio Kultur im Interview mit Max Schrems, Jurastudent aus Wien und Sprecher der Initiative “Europe versus Facebook”, die das größte Datenschutzverfahren in der Firmengeschichte von Facebook losgetreten hat, zu fragen, welche Regeln in sozialen Netzwerken gelten sollten. Dabei geht es beispielsweise um die Gesichtserkennung, den Umgang mit gelöschten Daten und

Wieviel sollen User sozialer Netzwerke mitentscheiden dürfen? Welche Freiheiten sollten sie haben? Welche Rolle kann und soll Mitbestimmung in sozialen Netzwerken spielen? Sollten wir die Idee der Demokratie in umzäunten Gärten vorantreiben, oder ist sie dort fehl am Platz? Fragen, der sich die Sendung vom 8.12.2012 stellt.


Bild: Sommer, Sonne, Garten von nevsred auf Flickr, CC-by-SA

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Weitere Fundstücke aus dem digitalen Süden und Norden: Liquid Democracy nicht nur bei den Piraten

Veröffentlicht am von Claudia Bremer

Ganz spannend fand ich beim Stöbern in der süddeutschen Online Zeitung einen Beitrag (der fast besser in die letzten Themenwochen passt), über den Versuch, lokalen Vereinen und Bürgern digitale Beteiligungsmöglichkeiten nahe zu bringen. Dazu hatte ein Tegernseer Stadtrat Interessierten Liquid Democracy, das Abstimmungstool, das über die Piraten bekannt wurde, vorgestellt. Ziel der Kampagne war laut der Online Zeitung „mehr politisches Interesse und Gestaltungsmöglichkeit für alle, denen das Tegernseer Tal Tal am Herzen liegt“. Unter dem Titel „Gräben zwischen “Onlinern” und “Offlinern” schließen“ berichtet die Online Zeitung über das Event.

Bürgerbeteiligung alt und neu

Tegernsee
Tegernsee
(Quelle beider Bilder: Tegernseer Stimme)

Bürgerbeteiligung auch im Norden

Auch im norddeutschen Raum finden entsprechende Versuche statt, hier wie xPolitics berichtet recht erfolgreich: “ […] wie die Friesländer der Bürger-Lobby echte Mitsprache einräumen, ohne an bestehenden Gesetzen zu rütteln“ und „was die Friesländer seit einiger Zeit mit liquid Friesland auf die Beine stellen, ist mehr als beachtlich und kann durchaus als Revolution der Kommunalen Politik gesehen werden.“

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Fundstück aus dem digitalen Süden: „Soziale Netzwerke: 7 Tipps für den Umgang“

Veröffentlicht am von Claudia Bremer

Tipps für den Umgang mit Sozialen Netzwerken

Passend zum Thema veröffentlichte die „Teggernseer Stimme“ genau heute, am 25.11.2012 einen Beitrag „Soziale Netzwerke: 7 Tipps für den Umgang“, … als hätten sie es geahnt 😉

Widerspruch gegen die Facebook Nutzungsbestimmungen?

Vor einigen Tagen erhielt ich eine Mitteilung von Facebook bezüglich ihrer neuen Nutzungsbestimmungen. Auch darauf reagierte die Zeitung mit dem Beitrag „Facebook-Hoax: “Hiermit widerspreche ich…”“, in dem sie die Meinung vertritt, dass dies einfach keinen Sinn macht. Entweder man macht mit oder nicht…. Durch den Widerspruch verdeutlich man nur seine Unwissenheit… (Ähnlich hilflos gegen die Geschätfsgepflogenheiten von Google fühlte ich mich bei der überraschenden Zusammenlegung meines YouTubes und Google Accounts, , gegen den ich mich absolut nicht wehren konnte – s. mein Kommentar auf Fontanefans Mitschrift der vierten Sendung) Sind wir so ausgeliefert und können uns nicht wehren, oder ist es an der Zeit auch alternative Tools zu nutzen, wie manche propagieren? Nur:

„Wenn alle meine Freunde in Facebook sind und nur dort die Infos zur Vorlesung getauscht werden, habe ich kaum die Wahl, Facebook nicht und statt dessen ein anderes soziales Netzwerk oder gar keins zu nutzen. Ich hänge mich sonst einfach von der Informationsversorgung ab“

so äußerte sich kürzlich ein Student in einer Diskussion zu sozialen Medien in einem Workshop an der Universität.

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Rückblick auf die Themenwoche 03

Veröffentlicht am von Claudia Bremer

Kurz bevor wir die neue Themenwoche eröffnen, ein kleiner Rückblick auf die letzten Themen. Die Themen der Wochen 02 und 03 des Funkkollegs haben ja in hervorragender Weise aufeinander aufgebaut: Von der Nutzung sozialer Medien und deren Konsequenzen, Potentialen und Risiken ging es direkt in die Problematik der Post-Privacy. Stellen wir unsere Daten frei im Netz zur Verfügung oder nicht? Wie teilen wir uns mit im Netz? Wie bewegen wir uns durch das Netz, welche Spuren hinterlässt dies und wie treffen wir unsere Wahl?

Lore Reß hat in ihrem Beitrag Postprivacy, Öffentliche Meinung und Teamarbeit deutlich gemacht, welche Konsequenzen die „öffentliche Privatheit“ für einen politsch aktiven Menschen hat und die Diskussion auch noch mit weiteren Links zur Themenwoche bereichert. Vielen Dank dafür!

Vielen Dank auch für die zahlreicheren Kommentare zur aktuellen Themenwoche,… das Thema hat einigen Beiträgen verlockt:

  • J. Ost verweist im Kontext des Themas Privatheit auf die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, Artikel 12, was auch sicher das Thema der vierten Sendewoche nochmals betrifft.

  • … und Siegfried Werner verweist auf die Potentiale unserer Mitwirklung im Netz.

  • Harald Reinhardt spannte einen Bogen der Technikentwicklung und teilte seinen Eindruck der Sozialen Netzwerke: „Die Art und Weise, wie manchmal in Onlinekommentaren zu einem Artikel Stellung genommen wird, erinnert mich sehr an halbstarke, adrenalingesteuerte Autofahrer, die mit Imponiergehabe oder Proletentum ihr Revier markieren wollen.“

  • Chris Schuth teilte ihre Entscheidung zur Nutzung ihrer Emailadressen und ihrer Identität im Netz mit. So auch ein Beitrag von Neugierig, der die seine negativen Erfahrungen mit gehkcten Accounts teilt.

  • Renate Hillingshäuser verwies in ihrem Kommentar darauf, dass „niemals das wirklich Private“ angebildet wird, sondern „mediale Selbstthematisierung“, es geht dabei um „Inszenierungen, um den Schein von Natürlichkeit“. Sie empfiehlt uns auch nochmals die Aufstellung “Privat” in der Kunsthalle Schirn in Frankfurt.

  • Und N.N. betont in ihrem Kommentar unter dem Titel „Einwände gegen die Apologeten der Post-Privacy“, dass es durchaus Personengruppen gibt, „die tunlichst nicht “transparent” werden sollten (solange des Diskriminierung etc. gibt)“, dass es keineswegs in der Hand der Einzelnen liegt „zu entscheiden, was von ihnen öffentlich werden soll“ und dass die „die enormen manipulativen Möglichkeiten, die die Möglichkeiten des Identitätsmanagements oder auch anderer Formen des technologisch unterfütterten Lobbismus bieten“ ignoriert werden.

An dieser Stelle sei auch nochmals auf die Zusatzmaterialien zur Sendung, die Funkkolleg Dailies und das Learnboard zur 3. Sendung verwiesen.

Wir wünschen Ihnen viel Spass mit der nächsten Folge und Themenwoche, die heute startet, und freuen uns über zahlreiche Kommentare, Beiträge, Twittermeldungen und Mitteilungen auch in anderer Art.

Ihre ModeratorInnen, Claudia Bremer und Jochen Robes

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Aus dem Netz gefischt: Netzsplitter zur aktuellen Sendung

Veröffentlicht am von Claudia Bremer

Dank an Lore Reß, sie hat folgende Beiträge aus dem Netz gefischt und zur aktuellen Themenwoche gewittert:

.. to be continued … (wird fortgesetzt)

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Postprivacy, Öffentliche Meinung und Teamarbeit

Veröffentlicht am von Lore Reß
“Ich twittere wie ich bin” Das kann ich persönlich tun, denn ich bin unbekannt, meine Nachbarn im Dorf lesen keine Tweets und ich stehe nicht im Fokus der Presse, da ich kein öffentliches Amt innehabe. Ich habe aber durchaus 2 … Weiterlesen
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Diskurs und Reaktionen zur dritten Sendung: Ende der Privatheit?

Veröffentlicht am von Claudia Bremer

Einmal im Netz – immer im Netz

Die dritte Sendung ruft ja geradezu zu Reaktionen auf! Mit der Diskussion um die digitale Privatspäre schliesst sie hervorragend an dem letzten Thema, den Sozialen Medien an, und stellt in wunderbarer Weise den Spagat zwischen den Vertretern der Post-Privacy-Bewegungen auf der einen und den Bedenken zugunsten des Datenschutzes und Schutz der Privatspäre auf der anderen Seite dar.

Die ersten Reaktionen in Twitter und den Kommentaren zeigen die Divergenz der Meinungen auf. Wo sind Sie zu verorten? Twittern Sie Privates? Sollen wir mit den Überwachungstechnologien und den digitalen Möglichkeiten zum Ende der Privatheit leben, sie hinnehmen, dagegen angehen oder nur dafür sorgen, dass sie nicht in die falschen Hände geraten, wie David Brin in der Sendung in Bezug auf den Band „Auf dem Weg in die „transparente Gesellschaft“ zitiert wird.

Teilen Sie Ihre Meinung hier im Netz mit. Gerne können Sie auch anonym Stellung beziehen wie der Beitrag von N.N. unter Zusatzmaterial zur dritten Sendung – auch dies ist willkommen! Wir freuen uns über Ihre Reaktionen.

Speziell für die Eltern und Lehrer unter Ihnen, aber auch für alle Interesierte, stellt sich hier auch die Frage: Welche Rolle den Schulen in diesem Kontext zukommt. Es gibt eine bewahrungspädagogische Haltung, Kinder und Jugendliche quasi vor Schaden im Netz zu bewahren. Oder sie aufklärerisch zu qualifizieren, sich selbst zu schützen. So spiegelt sich das Ziel, bei Kindern und Jugendlichen ein Bewusstseins über die Gefahren im Umgang mit Medien und einen entsprechend kompetenten Umgang zu entwickeln, sich z.B. auch als ein Kompetenzbereich in vielen Medienbildungskonzepten für Schulen der Länder wieder.

Welche Haltung haben Sie dazu?

Ich möchte schliessen mit einem Zitat von Bernhard Pörksen aus der Sendung:

„Handele stets so, dass Dir die öffentlichen Effekte Deines Handelns langfristig vertretbar erscheinen, aber rechne damit, daß Dir das nicht nützt“

Viel Spass mit der dritten Themenwoche!

Ihre Moderatoren, Claudia Bremer und Jochen Robes

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