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Eröffnung der Themenwoche 20

Veröffentlicht am von Moderation Onlinekurs

Das Netz macht erfinderisch! – Digitale Geschäftsmodelle

In diesem digitalen Kosmos träumen unzählige Menschen von der bahnbrechenden Idee, die sie in der unendlichen Weite zu einem strahlenden Stern werden lässt, der alles andere in den Schatten stellt.

Mischa Erhardt hat in seiner Funkkollegfolge (20) „Das Netz macht erfinderisch“ das Internet als Raum für neue Geschäfts- und Kooperationsideen untersucht.

Gerade in dieser Ambivalenz „Geschäft – Kooperation“ könnte ein Ansatz für weiterführende Diskussionen liegen: Das Internet bietet sich natürlich an als ein Medium des Tauschens und Teilens – Mischa Ehrhardt führt in diesem Zusammenhang Beispiele wie das Parkplatz-Sharing, die Internettauschbörse für Lebensmittel oder Musiktauschplattformen à la Napster an. In diesem Zusammenhang lassen sich folgende Fragen stellen:

  • Wo hört der Bereich des gemeinnützigen Tauschens und Teilens auf, wo fängt der kommerzielle Bereich gewinnorientierter Anbieter an?
  • Lässt sich das voneinander trennen, oder treten nicht auch kommerzielle Internetangebote automatisch in Konkurrenz mit kommerziellen Anbietern?

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opco12: Alles mobile, oder was?

Veröffentlicht am von Wilke H. Riesenbeck

“Schaffen wir es Anwendungssituationen mehrwertig zu unterstützen?” ist laut Christoph Igels Vortrag beim gestrigen opco12 Online Event die Gretchenfrage des Mobile Learning. Gesucht werden keine Content-Transporte vom großen auf das kleine Display, sondern Lernszenarien in denen die Mobilität von Smartphone und Tablet auch tatsächlich zur Geltung kommt. In den Beiträgen der opco12 Community lassen sich nach meinem Beobachten drei solcher Szenarien für Mobile Apps erkennen.

Service Apps
Ob nun die von Herrn Igel vorgestellte App Learn & Go, das im Horizon Report erwähnte iPrinceton oder das vom opco12 verlinkte RUB mobile – sie alle unterstützen den Studienalltag indem sie verschiedene universitäre Services mobil verfügbar machen. Vom Campus-Plan bis zum OPAC-Zugang werden Informationen, die sonst weit über das Uni-Netz verteilt sind, in die Handflächen der Studierenden gebracht. So manchem Studienanfänger mag so der ein oder andere Irrweg durch die Universitätsflure erspart geblieben sein. Unterstützt wird hier jedoch weniger das Lernen selbst als vielmehr die Lerninfrastruktur. Das Drumherum des Lernens wird einfacher, während der Prozess des Lernens völlig unberührt bleibt. Solche Service-Apps könnten sich auch bei nicht-universitären Bildungsanbietern bewährt machen. Etwa wenn Programme, Seminarangebote, Trainerprofile, Termine und Kursmaterialien zu einem handlichen Paket geschnürt und zum Gratis-Download angeboten würden. Ein Schelm, wer hier auch einen Marketing-Kanal wittert.

Nice-to-have Apps
Etwas irritiert hat mich die Begeisterung mit der an verschiedenen Stellen für Lernkartei-Apps geschwärmt wurde. Praktisch mag so eine digitale Sammlung von Drill & Practice Kärtchen wie sie etwa die Fernuniversität Hagen anbietet ja sein, aber ein funktionaler Mehrwert gegenüber der Papierversion besteht nicht. Ähnliches gilt für Umfrage-Apps mit denen Lehrende im Hörsaal um die Meinung ihrer Studierenden bitten oder sie eine Frage beantworten lassen können. Mag sein, dass es Menschen gibt, die hier eine nennenswerte Verbesserung gegenüber dem schlichten Handzeichen erkennen – ich selbst gehöre jedoch nicht dazu. Vielmehr sehe ich hier lediglich Nice-to-haves und keine Must-Haves. Claudia Bremer unterscheidet die genannten App-Typen in ihrer Systematik übrigens in Apps für Selbstlernphasen und Apps für die Lehrveranstaltung. Eine Trennung, die sicher logisch, aber aus meiner Sicht nicht unbedingt notwendig ist, da beide Methoden gleichermaßen innovationsarm sind. Nice to have wären solche Apps sicher auch für Kunden kommerzieller Bildungsanbieter. So ließe sich eine App anbieten auf welcher die Lernenden z. B. die Glossare und Testfragen von WBTs laden und in Form von Karteikarten und Quizfragen einstudieren könnten.

Situierte Apps
Der Tenor der opco12 Community scheint jedoch zu sein, dass Mobile Apps ihr Potential erst dort entfalten, wo der Ort oder das Objekt des Lernens eine Rolle spielen. Wenn Lernende einen Ort oder ein Objekt mit ihrem Smartphone erkunden, dokumentieren und teilen können, entsteht tatsächlich ein echter Mehrwert. Dennoch ist es wichtig zu erkennen, dass auch dieses Szenario das didaktische Rad nicht neu erfindet, sondern lediglich eine Erweiterung alt bekannter und bereits ausführlich diskutierter Lernformen ist. Anschlussfähig sind natürlich Ansätze des situierten Lernens, wobei hier zu beachten ist, dass Situiertheit nicht erst am realen Handlungsort entsteht. Situiertes Lernen ist auch dann schon gegeben, wenn der Lerninhalt in einen zwar fiktiven aber dennoch konkreten Handlungskontext eingebettet wird. Wirklich spannend wird dieses Szenario des Mobile Learnings für mich jedoch erst durch den Einsatz von Augmented Reality, weil sie es erlaubt einen Inhalt direkt auf einem realen Objekt “abzulegen”. Das US-Militär macht bereits vor, wie zum Beispiel KfZ-Mechnaiker mit Augmented Reality lernen und arbeiten können. Jetzt könnte ich auch noch Google Glass ins Spiel bringen, aber dann wird die Zukunftsmusik doch etwas zu laut.

Um die Gretchenfrage des Mobile Learning wirklich vollständig zu beantworten, muss jedoch noch ein letzter Punkt beachtet werden. Nur weil etliche Smartphones im Umlauf sind und der App Store sämtliche Rekorde bricht, bedeutet das nicht, dass Mobile Learning immer und für jeden sinnvoll ist. In einem früheren Beitrag habe ich bereits beschrieben, dass mobiles Lernen erst dann einen wirklichen Mehrwert bietet, wenn die Lernenden tatsächlich einen Bedarf an Mobilität haben und der Inhalt überhaupt mobil erlernbar ist. Für alle Didaktiker bedeutet dies Mobile Apps in ihren Methodenpool aufzunehmen und nur bei wirklichem Bedarf auch tatsächlich anzuwenden.

Bild: mbortolino (istockphoto); opco12


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