03 – Ende der Privatheit?

Ende der Privatheit? Datenexhibitionismus und digitale Selbstvermarktung

Autor: Christian Heller / Sendedatum: 17.11.2012

Für viele Menschen gehört ein offener Umgang mit dem eigenen Leben und den privaten Daten bereits zum Alltag. Die etwa 500 Millionen Nutzer von Twitter, wo jeder sich einen eigenen Nachrichtenticker über Allerpersönlichstes einrichten kann, zeichnen sich durch ein reges digitales Mitteilungsbedürfnis aus. Das Gleiche gilt für die knappe Milliarde Facebook-Mitglieder. Dabei veröffentlicht längst nicht jeder Nutzer bereitwillig Intimstes. Aber unterm Strich teilen immer mehr Menschen immer mehr von ihrem Leben mit einem immer größeren Personenkreis, verwandelt sich privates Leben immer mehr in öffentliches Leben – und zwar größtenteils freiwillig. Dabei gibt es gute Gründe dafür, möglichst wenig von sich im Netz zu hinterlassen, denn immer wieder werden Menschen und Institutionen aufgrund der lockeren Verbreitung ihrer Daten zum Angriffsziel von Demütigung, Anfeindung, Zerstörung ihrer Karriere, von Gewalt. Sind dies die Schattenseiten eines unaufhaltsamen Kontrollverlusts über unsere Daten?

 

Sendung zum Thema 03

27:12 min (Download FK Medien 03 – 12,5 MB)

 


 

 

Aktivitäten zur dritten Sendung und deren Thema

Einmal im Netz – immer im Netz Die dritte Sendung ruft ja geradezu zu Reaktionen auf! Mit der Diskussion um die digitale Privatspäre schliesst sie hervorragend an dem letzten Thema, den Sozialen Medien an, und stellt in wunderbarer Weise den Spagat zwischen den Vertretern der Post-Privacy-Bewegungen auf der einen und den Bedenken zugunsten des Datenschutzes und Schutz der Privatspäre auf der anderen Seite dar.

Die ersten Reaktionen in Twitter und den Kommentaren zeigen die Divergenz der Meinungen auf. Wo sind Sie zu verorten? Twittern Sie Privates? Sollen wir mit den Überwachungstechnologien und den digitalen Möglichkeiten zum Ende der Privatheit leben, sie hinnehmen, dagegen angehen oder nur dafür sorgen, dass sie nicht in die falschen Hände geraten, wie David Brin in der Sendung in Bezug auf den Band “Auf dem Weg in die “transparente Gesellschaft” zitiert wird.

Teilen Sie uns Ihre Meinung hier im Netz mit. Gerne können Sie auch anonym Stellung beziehen wie der Beitrag – auch dies ist willkommen! Wir freuen uns über Ihre Reaktionen.

Speziell für die Eltern und Lehrer unter Ihnen, aber auch für alle Interesierte, stellt sich hier auch die Frage: Welche Rolle den Schulen in diesem Kontext zukommt. Es gibt eine bewahrungspädagogische Haltung, Kinder und Jugendliche quasi vor Schaden im Netz zu bewahren. Oder sie aufklärerisch zu qualifizieren, sich selbst zu schützen. So spiegelt sich das Ziel, bei Kindern und Jugendlichen ein Bewusstseins über die Gefahren im Umgang mit Medien und einen entsprechend kompetenten Umgang zu entwickeln, sich z.B. auch als ein Kompetenzbereich in vielen Medienbildungskonzepten für Schulen der Länder wieder. Welche Haltung haben Sie dazu?

Wir möchten schliessen mit einem Zitat von Bernhard Pörksen aus der Sendung:

“Handele stets so, dass Dir die öffentlichen Effekte Deines Handelns langfristig vertretbar erscheinen, aber rechne damit, daß Dir das nicht nützt”

-> Blogbeiträge zur dritten Sendung und Themenwoche

 

Zusatzmaterial zum Thema 03

Hier finden Sie ergänzende Texte und Zusatzmaterialien (Links und Videos) zur dritten  Sendung und Themenwoche.

-> Zusatzmaterialien zur dritten Sendung und Themenwoche

2 Antworten auf 03 – Ende der Privatheit?

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