05 – Urheberrecht

Alles umsonst! Urheberrechtsfragen und die Copy & Paste-Moral

Autor: Dennis Horn / Sendedatum: 1. Dezember 2012, 11:30 Uhr

Copy & Paste sind nur zwei Mouseclicks entfernt. Blitzschnell kann es gehen, ganze Passagen aus einem Buch in einen neuen Text zu kopieren – Exminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat’s vorgemacht.

Und genauso schnell lassen sich Versatzstücke aus bestehenden Musikwerken in ein neues Stück einbauen. Im deutschen Urheberrecht ist zwar geregelt, dass es (von ein paar Ausnahmen abgesehen) in der Hand der Urheber liegt, zu bestimmen, was andere mit ihren Werken anstellen dürfen. Doch mit dem Internet haben sich zahlreiche Praktiken ergeben, die dieses Recht aushöhlen und für so manchen überflüssig erscheinen lassen. Außerdem hat sich bei vielen Nutzern eine Art „Kostenlosmentalität“ entwickelt, zum Beispiel Filme und Fernsehmitschnitte hochzuladen und beliebig weiter zu verbreiten. Dagegen versuchen sich große Unternehmen, aber auch einzelne Kulturschaffende, zu wehren. Und so hat sich rund ums Urheberrecht ein Kulturkampf entwickelt, der seinesgleichen sucht. Dennis Horn zeichnet die Frontlinien nach in seinem Funkkolleg unter dem Titel „Alles umsonst! Urheberrechtsfragen und die Copy & Paste-Moral“.

Sendung zum Thema 05

27:26 min (Funkkolleg Medien 05, 12,6 MB)

 

Aktivitäten zur Sendung und zum Thema 05

Im Kontext der Fragen rund um das Urheberrecht und auch die Frage, wie es sich im “Leitmedium” Internet durchsetzen lässt oder ob wir nicht ganz neue Gesetze brauchen, um der veränderten Wirklichkeit im Netz und ihren Möglichkeiten gerecht zu werden, fragen wir Sie und uns:

  • Wo sehen Sie die Lösung in der Kluft zwischen den Zeitungshäusern und dem Internetunternehmen?
  • Welche Lösung ist Ihre Vision für die Zukunft?
  • Wo sehen Sie sich von Urheberrechtsfragen betroffen?

… auch alle weiteren Fragen, Anregungen und Impulse zur aktuellen Sendung und Themenwoche sind willkommen!

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Zusatzmaterial zum Thema 05

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Kommentare zum Thema 05

7 Antworten auf 05 – Urheberrecht

  1. Wolfgang Ksoll sagt:

    Die Kostenloskultur gehört zum Abendland seit den Römern. Das Urheberrecht ist erst 200 Jahre alt und hat sich weder in der Papierwelt noch in der Internetzeit nicht bewährt. Das Urheberrecht hat auch nichts damit zu tun, wovon Urheber leben. Deutlich sieht man in den Zahlen der Künstlersozialkasse, dass Künstler seit Jahrzehnten keine Familie von ihren versicherten Einkünften ernähren können trotz Urheberrecht. Es ist nur noch ein Verhinderer von Kultur.

    Wir werden uns überlegen müssen, ob wir weiter die Kultur durch das Urheberrecht behindern wollen und gleichzeitig tatenlos zusehen, wie Künstler am Hungertuch nagen. Das Beharren auf direkten Zahlungen zwischen Sendern und Empfänger ist ökonomisch unsinnig wie man auch an anderen Beispielen sieht:
    http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/2012/05/04/wo-kommt-die-kostenlos-kultur-her/
    http://wk-blog.wolfgang-ksoll.de/2012/05/13/sherlock-holmes-das-dartmoor-und-das-urheberrecht/

    • Martin O. sagt:

      Das Urheberrecht ist, historisch betrachtet, eine Errungenschaft der bürgerlichen Emanzipationsbewegung und wurde etwa in Frankreich im Zuge der französischen Revolution eingeführt. Sie, sehr geehrter Herr Ksoll, möchten es doch hoffentlich nicht durch das altrömische „Brot und Spiele“-Prinzip ersetzen (auch wenn das Programm unseres öffentlich-rechtlichen Fernsehens sich dem vielleicht gelegentlich bedenklich annähert …)? Eine über die Nachfrage der Verbraucher marktwirtschaftlich geregelte kulturelle Auslese ist mir allemal lieber als eine Lösung, bei der diese Macht reichen Mäzenen zufiele – oder aber dem Staat, der nach irgendwelchen selektiven Kriterien die Einnahmen aus einer Kulturflatrate oder sonstigen Pauschalabgaben an die Urheber verteilen müsste. Nur: Was verbraucht der Verbraucher, wenn es um entstofflichte Medien geht? Tatsächlich verbirgt sich, glaube ich, in der aktuellen Urheberrechtsdiskussion eine Frage von ungeheurer gesellschaftlicher Tragweite, ja Sprengkraft. In der Sendung deutet dies Dirk van Gehlen an, wenn er betont, dass in der digitalen Welt immaterielle kulturellen Werke anders als stoffliche Güter („Äpfel“) kaum mehr mit herkömmlichen moralischen Kategorien greifbar sind: Ein immaterielles Werk verbleibt auch nach seinem „Diebstahl“, sprich: seiner Kopie und Verbreitung im Internet, beim Eigentümer und büßt derart seinen Warencharakter ein. Vielleicht läßt sich deshalb innerhalb unseres kaptalistischen Wirtschaftssystems eine gerechte Balance zwischen den Interessen des Urhebers einerseits und denen der Gesellschaft andererseits (freier Zugang zum Gemeingut Kultur) gar nicht mehr herstellen. Wird sich das Dilemma dereinst erst mit der Einführung eines bedingungslosen Grunseinkommens auflösen lassen? „Eine authentische Wissensökonomie“, schrieb der französische Philosoph André Gorz bereits vor Jahren, „wäre ein Wissenskommunismus, in dem sich Tausch- und Geldbeziehungen erübrigen.“ (Gorz, André: Wissen, Wert und Kapital. Zur Kritik der Wissensökonomie. Zürich, 2004, S. 11)

      • Wolfgang Ksoll sagt:

        Die Rechtsbegriffe Eigentum und Besitz, wie wir sie heute in unserem Rechtssystem verwenden, stammen ebenfalls von den Römern, deren Brot und Spiele sie offenbar nicht mögen :-)

        „Vielleicht läßt sich deshalb innerhalb unseres kaptalistischen Wirtschaftssystems eine gerechte Balance zwischen den Interessen des Urhebers einerseits und denen der Gesellschaft andererseits (freier Zugang zum Gemeingut Kultur) gar nicht mehr herstellen.“

        Es ist Unsinn von einer gerechten Balance hier zu sprechen. Der Urheber hat ein Interesse daran urzuheben. Viele Urheber freuen sich auch, wenn sie Rezipienten finden. Die meisten haben auch das Bedürfnis, finanzielle Mittel zu erlangen. Aber das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Es ist eine Fata Morgana von Verlierertypen, die einführen wollen, dass man eine direkte Beziehung zwischen Sender und Empfänger hätte. Die sind aber nur zu faul sich ernsthaft mit dem Kapitalismus zu beschäftigen und schwätzen wirren Zeug. Mit diesem wirren Zeug werden gerade die Zeitungen getötet. Schneller als der Kohlebergbau.

        Nehmen Sie ein erzkapitalistisches Beispiel: ProSiebenSat1. Die gehören einer US-Heuschrecke, keinem Mäzen, keiner sozialistischen FDP-Sekretärin für Agitation und Propaganda, die sich mit 97 % bei der CDU wählen lässt. Der Sender zahlt seinen den meisten Vorständen mehr als eine Millionen € Lohn. Jedes Jahr. ProSiebenSat1 ist für jedermann frei verfügbar. Die Zuschauer zahlen keinen Cent. Die Künsler dagegen bekommen richtiges Geld. Ken Follet hat z.B. sein Werk „Die Säulen der Erde“ nicht kostenlos verfilmen lassen. Die Zuschauer aber zahlen keine Cent an den Sender. So hart kann brutaler Kapitalismus sein. Von einer US-Heuschrecke: Freier kostenloser Zugang. Wie im Imperium Romanum, dass Sie so gering schätzen, und Unsinn über den Kapitalismus reden.

        Wer heute Leistungsschutzrecht fordert, tötet Zeitungen schneller mit Vorsatz. Er ist antiamerikanisch und richtet sich gegen unsere konservativen Mitbürger, deren Herren Kohl, Strauss und Stoiber sich dafür eingesetzt haben, dass ProSiebenSat1 möglich wurde.

        Wer heute am Urheberrecht festhält, obwohl es den Urhebern nicht nützt, vergeht sich an der Kultur (wie ich in den Blogbeiträgen dargelegt habe).

        Zur Zeit von Michelangelo gab es kein Urheberrecht, wir haben heute den David in mehrfachen Kopien in Florenz stehen. Kulturschänder aber fordern Urheberrecht, das die Ausbreitung von Kultur verhindert.

        Jeder kann wollen, was er will. Ich möchte, dass wir eine Kulturnation bleiben. Dass die Menschen freien Zugang zu Kultur haben. Dass Urheber ordentlich vergütet werden mit tragfähigen Geschäftsmodellen wie bei ProSiebenSat1 oder auch ARD und ZDF. Ich möchte, dass wir das Internet dazu nutzen, noch mehr Menschen noch mehr Kultur zugänglich machen. Und ich möchte nicht, dass unsere Kinder kriminalisiert werden durch 600.000 Abmahnverfahren, damit sonst arbeitslose Rechtsanwälte eine bezahlte Tätigkeit haben, die sich gegen unsere Kultur richtet.

        Wenn man es ökonomisch genauer betrachtet, kann man mit Jost Smiers („No Copyright“) dazu kommen, dass das Urheberrecht nur dem kulturindustriellen Komplex dient und ähnlich entartet wie das Finanzsystem die Reichen reicher macht und den Armen nicht nützt.
        http://www.alexander-verlag.com/programm/titel/294-NO_COPYRIGHT.html
        12.000 € pro Jahr versichert ein Musiker (im Durchschnitt!) bei der Künstlersozialkasse. 15.000 € pro Jahr für sonstige Künstler. Das ist der erbärmliche Erfolg von 200 Jahren Urheberrecht. Und es gibt immer noch Claquere, die die Halluzination verbreiten, das Urheberrecht diene dem Urheber.

        Wach werden! Sonst glauben Sie tatsächlich auch noch, dass die Staatskredite an Griechenland, deren Risiken die Geschäftsbanken trickreich an Staaten übertragen haben, eine gute Sache seien, wegen Wachstum, Wohlstand und solchen Hülsen, die in der Realität nicht statt finden.

        Zum Schluss: ich möchte nicht Lizenzgebühren zahlen, wenn ich den Satz des Pythagoras nutze, aber ich zahle gerne Steuern, wenn die Kinder ihn lernen.

  2. J. Ost sagt:

    Leistungsschutzgesetz

    aktuell dazu:

  3. Martin O. sagt:

    Die Zukunft oder auch Nicht-Zukunft des Urheberrechts in einer sich rasant wandelnden Medienwelt ist sicher ein sehr komplexes Thema. An die vielen damit zusammenhängenden Facetten taste ich mich gerade erst heran. Dabei hilft mir die Sendung des Funkkollegs, die dankenswerterweise ein breites Spektrum kontroverser Standpunkte zur Diskussion stellt, ohne selbst Stellung zu beziehen. Da ich mir selbst noch keine abgeschlossene Meinung gebildet habe, mag es also zutreffen, dass meine Aussagen „wirr“ klangen und dass ich, wie Sie es ausdrücken, ein wenig „Unsinn über den Kapitalismus“ geredet habe.

    Aber leider vermögen mich Ihre hier und in Ihrem Blog genannten Vorbilder für eine vermeintlich funktionierende Kostenlos-Kultur nicht zu überzeugen. Nur kurz zu Ihrem, wie ich finde, kuriosesten Beispiel: In den römischen Gladiatorenkämpfen waren die „Künstler“ Sklaven, die die Ausübung ihrer Kunst häufig mit dem Leben bezahlen mussten. Wie soll ich da Ihren Beteuerungen Glauben schenken, dass Ihnen das Wohl der Künstler am Herzen liegt? :-)

    Vielleicht kann ja der Dschungelcamp als eine entschärfte moderne Version der Gladiatorenkämpfe betrachtet werden, und tatsächlich scheinen Sie in erster Linie eine spektakuläre Massenkultur im Blick zu haben. Der Großkonzern ProSiebenSat.1, auf den Sie so nachdrücklich verweisen, erzielt seinen Umsatz meines Wissens größtenteils aus Werbeeinnahmen und taugt deshalb wohl kaum dazu, als ein Patentrezept unserer vielfältigen Kulturlandschaft übergestülpt zu werden. Oder meinen Sie, dass sich der nächste Roman von Martin Walser über Werbung finanzieren ließe, und wenn ja, wäre das tatsächlich wünschenswert? Den Zeitungen brechen schon heute die Werbeeinnahmen weg. Aber während Sie den Riesen ProSiebenSat.1 samt seiner millionenschweren Vorstände als segensreiches Vorzeigemodell empfehlen, subsumieren Sie die Literaturverlage vermutlich unter den von Ihnen so genannten „kulturindustriellen Komplex“, dem es angeblich nur um die gnadenlose Ausbeutung der Künstler geht.

    Im deutschsprachigen Raum gibt es jedoch eine lange Tradition von großartigen Verlegerpersönlichkeiten, die es nicht verdienen, als skrupellose Geschäftemacher denunziert zu werden, die sich vielmehr für „ihre“ Autoren begeistern und engagieren und denen dabei oft genug Geist vor Kommerz geht. Beispielsweise werden anspruchsvolle Lyrikbände, die sonst auf dem Markt kaum eine Chance hätten, durch Bestseller im Romansegment querfinanziert.

    Aber nun verheißt uns das Internet ja nichts weniger als ein mediales Schlaraffenland, in dem jeder nur denkbare Inhalt ohne zeitlichen Verzug und natürlich möglichst kostenlos abrufbar zu sein hat. Wie im klassischen Schlaraffenland Restaurants und Lebensmittelläden überflüssig geworden sind, erscheinen in der digitalen Selbstbedienungswelt Verlage, Buchhandlungen, Musikproduzenten, Zeitungen oder auch Bibliotheken zunehmend obsolet. Und doch bilden diese Vermittlungsinstanzen in ihrer Gesamtheit ein historisch gewachsenes, reiches kulturelles Ökosystem, dessen Untergang, so meine ich, eine schmerzliche Lücke hinterlassen würde. Oder ist Ihnen eine kulturelle Infrastruktur lieber, die (nicht nur) im Netz von einer Handvoll monopolistischer Großkonzerne (Google, Amazon, Apple, Facebook) diktiert wird? Die Frage bleibt: Wie kann unser Urheberrecht der Realität des Internets angepasst werden, ohne seine Schutzfunktion für eine lebendige kulturelle Vielfalt einzubüßen?

    Bei den Unterzeichnern des Aufrufs „Wir sind die Urheber“ http://www.wir-sind-die-urheber.de/ handelt es sich übrigens zu einem nicht unerheblichen Teil um Autoren, die, anders als Ihre Ausführungen es suggerieren mögen, durchaus vom Schreiben leben können (wobei bei manchen sicher Einkünfte aus journalistischen Arbeiten, Übersetzungen, Lesungen oder Lehraufträgen etc. einbezogen werden müssen).

    • Wolfgang Ksoll sagt:

      Vielen Dank für Ihre Antwort. Vorweg: ich bin auch Urheber, postuliere aber nicht, dass jeder der mich liest, dafür auch zahlen muss. Diese Forderung von Verlagsseite, die neuerdings im Internet erhoben wird, gab es im klassischen Buch-Urheberrecht nicht. Der Käufer eines Buches erlangt wie im Römischen Recht vorgesehen, das Eigentum an der Sache Buch. Was er damit macht, ist nicht im Belieben des Verkäufers. Ob das keiner, einer oder hunderte aus der Familie lesen, ist seit tausenden von Jahren für den Verkäufer irrelevant.

      Mit den Sklaven in Rom irren Sie. Dazu wikipedia: „Bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. verpflichteten sich auch freie Bürger als Gladiator. Obwohl Gladiatoren gesellschaftlich noch niedriger als Sklaven standen, war das Interesse, Gladiator zu werden, zeitweilig so hoch, dass der Senat dies durch ein Gesetz einzuschränken versuchte. So sollen gegen Ende der Republik fast die Hälfte der Gladiatoren ehemals freie Bürger gewesen sein, die mit dem Eintritt in den Berufsstand der Gladiatoren ihre Freiheit aufgaben.“
      http://de.wikipedia.org/wiki/Gladiator

      Man kann also daraus, dass manche Sklaven waren und manche freie Bürger nichts schließen. Schon gar nicht, dass das Sklavenarbeit war. Zudem hatten die Eigentümer der Gladiatorenschulen ein erfolgreiches Geschäftsmodell, egal ob die Kämpfe privat oder staatlich finanziert wurden oder ob die Gladiatoren Sklaven oder Freie, Männer oder Frauen waren (ohne staatlich festgelegte Quote). Es ist also unsachlich zu behaupten, Kulturarbeit erfordere dringend, dass jeder Rezipient Zahlungen zu leisten hätte an den Vermittler. Diese erratische Vorstellung will Jahrtausende alte Tradition in der Kultur abschaffen. Das schafft man nicht durch Leistung und Markt, sondern erplärrt sich (und erkauft? (Abgeordnetenbestechung ist bei uns legal)) staatliche Gesetze. Obwohl wir mit dem Sozialismus schlimmste Erfahrungen haben.

      „Die Frage bleibt: Wie kann unser Urheberrecht der Realität des Internets angepasst werden, ohne seine Schutzfunktion für eine lebendige kulturelle Vielfalt einzubüßen?“

      Auch hier irren Sie sich. Das Urheberrecht hat keine Schutzfunktion. Die große Mehrheit der Künstler sind Hungerleider, werden unter Hartz4 vergütet und geniessen keinerlei Schutz. Im Gegenteil. Das Urheberrecht fördert die großen Verlage, die großen Künstler. Aber man kann nicht den Musiker mit 12.000 € Jahreseinkommen mit J.K. Rowling (1 Mrd € mit Harry Potter Vermögen gemacht) gleichsetzen und zynisch sagen: „Bist doch selbst schuld. Machs wie Frau Rowling. Das Urheberrecht hilft dir doch.“

      Man muss der Realität ins Auge sehen:
      Wissenschaftliche Untersuchungen sagen, dass das Urheberrecht schädlich ist für die kulturelle Vielfalt.
      http://www.heise.de/tp/artikel/33/33092/1.html

      ProSiebenSat1 lebt seit Jahrzehnten vor, dass es nicht notwendig ist für tragfähige Geschäftsmodelle, dass Rezipienten direkt an den Aussender zahlen müssen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ein zweites. Die gesetzlichen Krankenkassen übrigens ein Drittes: der Patient zahlt nicht an den Arzt, sondern an die Krankenkasse Flatrate, unabhängig vom Ärztekonsum.

      Wir haben mit dem Internet heute die technischen Möglichkeiten, jedermann auf der Welt an Kultur teilhaben zu lassen. Die alten nationalen Rechtsrahmen passen nicht mehr und haben noch nie die Urheber finanziell geschützt.

      Wir werden Zugriff auf Kultur völlig getrennt denken müssen von der Finanzierung von Kultur. Wie bei Krankenkassen oder staatlichen Dienstleistungen (Parlamente werden auch nicht nach Nutzung durch den Einzelnen bezahlt). Das bisherige Tradieren der Papierzeit läuft gegen einen Baum.

      Wir können aber auch so tun, als ging es uns das nichts an und versuchen, traditionelle Geschäfte, die nicht überlebensfähig sind, zu subventionieren. Das kann wie beim Kohlebergbau ein paar Jahrzehnte gut gehen. Doch zum zum Ende des Kohlebergbaus am linken Niederrhein werde ich als ehemaliger Bergmann zum Ende des Jahres eine Blogartikel schreiben, es wird geplärrt werden wie im Saarland und gut ist. Kohlebergbau hat fertig in D. Die Zeitungen sind die Nächsten, die sterben und die staatlichen Interventionen mittels Leistungsschutzrecht werden das Sterben beschleunigen.

  4. Martin O. sagt:

    Sorry, mein Kommentar war als Antwort den weiter oben stehenden Beitrag von W. Ksoll vom 4.12. gedacht.

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