Zusatzmaterial zum Thema 10

Silver Surfer – Generationskonflikte im Internet

Hier finden Sie Zusatzmaterialien zur 10. Sendung.

Die Zusatzmaterialien sind:

1. Für interessierte Hörerinnen und Hörer als vertiefende Informationen zu den Themen der einzelnen Sendungen.

2. Für Multiplikatoren/Lehrkräfte. Sie finden bei jedem Zusatzmaterial einen Bezug zum Manuskript und der Zeitmarkierung (01:20 gelesen: Start der Sequenz bei 1 Minute 20 Sekunden), damit Sie direkt zum Thema im Beitrag gelangen können. Die Zugangsdaten für die Sendemanuskripte werden den Multiplikatoren per Mail mitgeteilt.

Die Materialien wurden zusammengetragen vom Seminar, Prof. Dr. Franz Josef Röll, Hochschule Darmstadt, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und soziale Arbeit.

Die Materialien wurden zum Zugriffszeitpunkt 17.01.2013 erstellt.

Alle Zusatzmaterial zum 10. Thema können Sie hier auch als PDF herunterladen.pdflogo


 

Übersicht

Silver Surfer

Digitaler Generationenkonflikt

Senioritätsprinzip

Stoppt Acta

Partizipation

In der Sendung erwähnte Webseiten

Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft

Jugendkultur

Buchvorstellung

Glossar

Interviewte Personen


Silver Surfer

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 4, S. 5, S. 6 / 02:12, 03:34, 04:32, 04:41, 05.07.

Als Anspielung auf die vermeintlich silbergrauen Haare älterer Menschen ist Silver Surfer die Bezeichnung für die Best Agers im Internet – Internetnutzer ab ca. 50 Jahren und älter. In Deutschland gibt es ca. 7 Millionen Silver Surfer – 4,2 Mio. 50 bis 59-jährige, 2,5 Mio. 60 bis 69jährige und 0,4 Mio. über 70jährige. Während die unter 19jährigen fast vollständig online sind, sind es bei den über 64jährigen gerade einmal 44 Prozent. Oft wird der älteren Generation unterstellt, dass nach dem Motto „Kennen wir nicht, brauchen wir nicht“ gehandelt und daher das Internet als Neuheit von Grund auf abgelehnt wird. Das, so hat das Marktforschungsinstitut Infas im Rahmen der Auswertung seines repräsentativen Telekommunikationsmonitors herausgefunden, sei jedoch gar nicht die Grundhaltung der Senioren. Die Ablehnung gründet sich viel mehr auf Informationsdefizite und Fehlinformationen. Bei gut informierten Senioren kann das Online-Potential durchaus aktiviert werden. Laut Angaben des Infas könnte durch umfassende „Aufklärung“ (vor allem auch was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht) rund eine halbe Million Neukunden im Bereich der Seniorenhaushalte gewonnen werden.

Im Netz gibt es durchaus schon ganz gezielt Angebote für die Zielgruppe der Silver Surfer. So z.B. das soziale Netzwerk „Seniorbook“, das sich an über 45jährige wendet und sowohl die Möglichkeit der Vernetzung als auch Themenwelten, lokale News und Bürgerhilfe bietet, oder www.senioren-internetz.de – ein Blog für die Generation der Silver Surfer, die Spaß am Leben haben. www.activagers.com  oder www.valere.de sind Seiten, die nicht nur thematisch, sondern auch hinsichtlich der Bedienbarkeit auf die Silver Surfer zugeschnitten sind.

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Silver_Surfer_(Netzkultur)

http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/silver-surfer-ganz-oder-gar-nicht-a-723306.html

http://www.focus.de/digital/internet/seniorbook-gestartet-der-facebook-killer-fuer-silver-surfer-_aid_828185.html

http://www.webstyle.com/die-besten-anlaufpunkte-f%C3%BCr-silver-surfer-im-netz


 

Digitaler Generationenkonflikt

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 3, S. 4, S.7, S. 8, S. 10, S. 11, S. 12, S. 14, S. 15, S. 16 / 01:01; 01:26, 03:20, 06:47, 07:02, 09:11, 11:44, 12:29, 13:41, 14:10, 14:46, 17:52, 19:28, 20:38

Es gibt einen Bruch zwischen den Generationen, der so noch nie vorhanden war, konstatiert Literaturwissenschaftlerin und Autorin Silvia Bovenschen in einem Interview mit Christoph Schmitz von Deutschlandradio Kultur. Im Unterschied zu der 68er Generation, die sich gegen ihre Eltern auflehnte, habe die heutige Jugend „gar nicht viel gegen die vorangegangene Elterngeneration und die vorangegangenen Menschen“. Es sei nicht mehr so offensichtlich, womit die jüngere Generation sich beschäftigt, weil sie sich in einem Medium bewegen, welches für die ältere Generation mitunter nicht so gut zu verstehen und zu nutzen ist. Gerade soziale Netzwerke (wie Facebook) sind für die ältere Generation oftmals „ein Buch mit sieben Siegeln“. Kommunikation findet dort zwischen vielen Menschen gleichzeitig statt. Was für die Jüngeren selbstverständlich ist, ist für die Älteren nicht nachvollziehbar. Beispielsweise stundenlanges vor dem Bildschirm sitzen, um alle Mitteilungen der Facebook-„Freunde“ zu erfassen.

Für diejenigen, die damit aufgewachsenen sind, sind soziale Netzwerke die erste Anlaufstelle, um Kontakt zu anderen aufzunehmen. Spielen, lernen, sich amüsieren findet auch im Netz statt. Dies ist weitestgehend uneinsichtig für die ältere Generation. Selbst wenn diese sich dafür interessieren, wäre es doch schwierig, sich in diesem Metier zu bewegen, denn sie seien nicht mit dem Medium Internet aufgewachsen. Als Hindernis führt Bovenschen den Umgang mit der Technik und mentale Zugangsschwierigkeiten an. Es sei „ein anderer Raum, der aber mit den alten Öffentlichkeitsstrukturen nicht mehr vergleichbar ist.“

In diesem neugeschaffenen Raum findet allerdings auch Politik statt, die alle Generationen betrifft. So sind beispielsweise die Piratenpartei, wie auch Bündnis90/Die Grünen und Die „Linke“ bei Facebook vertreten, wodurch möglicherweise eine andere Wählerschaft angesprochen wird. Ob sich dies auch auf die reale Welt übertragen lässt, ist noch unklar.

Quellen:

http://www.stern.de/digital/online/piratenpartei-aufstand-der-computerkinder-705496.html

http://www.stern.de/digital/online/generationenkonflikt-die-facebook-kluft-1553907.html

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/1648544


 

Senioritätsprinzip

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 10, S. 14 / 11:51, 18:50

Sinn- und Identitätskonzepte erfuhren in den letzten Jahrhunderten eine beachtliche Wandlung. Gleichwohl gibt es aber auch Indizien dafür, dass soziale Gruppen dazu neigen, angestammte Traditionen zu bewahren (vgl. Müller 1987, S. 90). Ein Rückblick in die Vergangenheit kann helfen, die in der heutigen Zeit an Jugendliche und Erwachsene gestellten Anforderungen besser zu verstehen. In traditionellen Kulturen bemühte sich die Stammesgemeinschaft, die jeweiligen Mechanismen der Identitätskonzepte zu erhalten. Der Ethnologe Klaus E. Müller (1992) hat die Weltanschauung geschlossener traditionaler Gruppen mit stabiler Identität untersucht. Er stellte fest, dass in diesen Kulturen zwischen einer eigenweltlichen Endosphäre und einer fremdweltlichen Exosphäre unterschieden wurde. Dabei hat er vier „Erhaltungsmechanismen“ herausgearbeitet, die er Senioritätsprinzip nennt:

  • Traditionelle Kulturen entwickeln Rationalisierungs- und Begründungsmechanismen. Sie kommen zu einsichtigen Erklärungen, die Sinn verleihen. Das Gegebene wird plausibel begründet und legitimiert. Schöpfer- oder Kulturheroen richten die Daseinsordnung ein und werden zu den Ahnen des jeweiligen Stammes. Sie leben im Jenseits fort und wachen über den Stamm. Wer älter ist, besitzt Vorrechte, da er den Ahnen am nächsten steht. Daraus entwickelt sich das Prioritäts- bzw. Senioritätsprinzip.
  • Der Ritualisierungsmechanismus soll eine Veränderung der sozialen Ordnung verhindern. Gefahr droht nicht nur von außen. Gefahr droht insbesondere von innen. Gefährlich sind systemimmanente Instabilitäten. Besonders Übergangssituationen bzw. -zustände gelten als strukturell instabile Phasen.
  • Die jeweils dominante Gruppe in der Stammesgemeinschaft setzt die eigene Seinsordnung als absolut und sieht in ihr das „Nonplusultra“ aller menschlichen Daseinsverwirklichungen, es entsteht ein Verabsolutierungsmechanismus. Die eigene Kultur wird als die bestentwickelte interpretiert, sie wird im Zentrum der Welt lokalisiert. Die Angehörigen der eigenen Gruppe  werden als die wahren Repräsentanten der Menschheit angesehen. Somit entsteht eine ethnozentrische Einstellung mit stabiler Identität.
  • Alles, was nicht in das Weltbild passt, das Ungewohnte, das Andersartige, die ethnisch fremde Außenwelt, wird negativ besetzt, verächtlich angesehen, abgewertet, diskriminiert, verunreinigt, der Versehrtheit bezichtigt. Die fremdweltliche Exosphäre gilt als Unheil vermittelnd und wird mit einem Negativierungsmechanismus belegt.

Die in der öffentlichen Diskussion gegenüber der Mediennutzung vermehrt diskutierte, bewahrende Position (vgl. Manfred Spitzer: Digitale Demenz) agiert mit ähnlichen Strukturmustern. Übertragen auf das Lernen mit Neuen Medien, lässt sich folgendes Problemfeld, in der Situation der Lernenden (und Lehrenden) aufzeigen:

Die Mediengesellschaft (Wissensgesellschaft) ist aus der Sicht der Erwachsenen eine exogene Zone (außerhalb des Stammes), zumal in der Regel ihr Lern- und Erfahrungsfeld konträr zur Medienwelt situiert ist. Jugendliche (Lernende) wiederum nehmen ihr Lernpotenzial und das mit Hilfe von Medien erworbene Wissen als endogenes Lernen wahr (innerhalb des Stammes). Von Personen, die nicht mit einem Medienskript aufgewachsen sind, werden daher die Medien nicht als endogene Zone betrachtet (ethnozentrische Geborgenheit, Raum der bergenden Identität), sondern als exogene und damit „fremde“ Zone identifiziert. Aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen ist es umgekehrt. Lernen gelingt eher, wenn das zu Lernende als endogen interpretiert wird. Es führt zu einem inneren Konflikt, wenn das zu Lernende als „fremd“ angesehen wird, d.h. sich in der exogenen Zone befindet.

Tauchen Lernstile auf, die den Lernenden nicht verständlich sind (da sie exogen sind), die nicht in das eigene Weltbild (Matrix) hineinpassen, werden sie abgelehnt (Negativierungsmechanismus). Die Abwehr und Abwertung des Neuen dient der Zuordnung zur eigenen Stammeszugehörigkeit (Matrix des Lernkonzeptes aus der Kindheit/Jugend) oder hilft zur Klassifizierung, um das Unverständliche in den Griff zu bekommen.

Quellen:

Müller, Klaus E.: Das magische Universum der Identität – Elementarformen sozialen Verhaltens – Ein ethnologischer Grundriß. Frankfurt/New York 1987.

Müller, Klaus E.: Identität und Geschichte: Widerspruch oder Komplementarität? Ein ethnologischer Beitrag. In: Paideuma, Heft 38/1992, S. 17-29.

Röll, Franz Josef: Pädagogik der Navigation. Selbstgesteuertes Lernen durch Neue Medien. München 2003.


Stoppt ACTA

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 7, S. 8 / 07:34, 08:11

Ansätze für die massive Kritik an ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement) sind unter anderem die vorgesehene Lizenzierung von Saatgut und Generika (preisgünstige Nachahmung von Medikamenten), die überwiegend Menschen in den armen Ländern der südlichen Hemisphäre hart treffen. Menschenrechtsorganisationen sehen in ACTA einen massiven Eingriff in die Informations- und die Meinungsfreiheit. Hier wird auch auf die Gefahr der Aushebelung der Grundrechte verwiesen, die unter anderem das Recht auf Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten vorsehen.

Die Pflicht, auf die Einhaltung des Rechtstaatsprinzips bei sämtlichen Verträgen zu achten (Artikel 21 EU-Vertrag), wird bei Rechtskräftigkeit des ACTA-Abkommens wirkungslos. Des Weiteren geht man davon aus, dass ACTA Freiräume für Innovationen beschränken würde. Demzufolge würden gelebte demokratische Werte, wie Chancengleichheit und Bildungschancengleichheit, beschnitten. Es besteht außerdem der Vorwurf, dass die nicht öffentlichen Verhandlungen der Organisationen (WIPO, WTO, EU-Parlament), die für die Ausarbeitung des ACTA-Handelsabkommens verantwortlich waren, undemokratisch abgelaufen sind.

Eine weitere wichtige Regelung ist die umstrittene Schadensersatzregelung. Hier geht die ACTA-Regelung davon aus, dass der einem Unternehmen zustehende Schadensersatzanspruch auf Grund entgangener Gewinne nicht die tatsächlichen Verluste widerspiegelt. In diesem Kontext werden Befürchtungen laut, es könnte zu überhöhten Schadensersatzzahlungen kommen.

Die ersten Demonstrationen wurden von den Piratenparteien der verschiedenen Länder Ende Juni 2010 durchgeführt. Im Frühjahr 2011 fanden dann europaweite und bedeutend größere Demonstrationen statt. In Polen z.B. beobachteten Soziologen die größte Bürgerbewegung seit der Gründung der Gewerkschaft Solidarność. Bei den europaweiten Protesttagen am 11. und 25. Februar 2011 demonstrierte unter dem Motto „ACTA at acta“ Schätzungen zu folge 150.000 bis 200.000 Menschen in über 200 Städten.

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement#Kritik

http://www.stopp-acta.info/deutsch/fakten/fakten/fakten.html

http://www.stopacta.de/


Partizipation

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 8 / 08:37

Partizipation (lat.: Teilhabe) bezeichnet die aktive Beteiligung von Individuen an der Erledigung gemeinsamer (politischer) Angelegenheiten. Bevölkerungsgruppen, Organisationen, Verbände, Parteien u.a. werden hierbei bei Entscheidungsprozessen, die ihr Leben beeinflussen miteinbezogen.

Die Partizipationsskala von Roger Hart (1992) und Wolfgang Gernert (1993) geht über neun Stufen und umfasst folgende Teilschritte:

1. Fremdbestimmung: Menschen werden angewiesen, Dinge zu tun oder zu unterlassen. Sowohl Inhalte als auch Arbeitsformen einer Aktion werden vorgegeben. Menschen haben keine Kenntnisse der Ziele und verstehen die Aktionen nicht.

2. Dekoration: Menschen wirken bei Aktionen mit ohne genau zu wissen, worum es eigentlich geht.

3. Alibi-Teilhabe: Menschen nehmen an Aktionen teil, haben aber nur scheinbar eine Stimme. Sie entscheiden, ob sie ein Angebot annehmen oder nicht, sie wählen zwischen den vorgegebenen Alternativen.

4. Teilnahme: Menschen können über die bloße Teilnahme hinaus ein gewisses sporadisches Engagement der Beteiligung zeigen.

5. Informiertes Mittun: Hier nehmen Menschen an einer vorbereiteten Aktion teil, sind jedoch gut informiert, verstehen worum es geht und was sie bewirken wollen.

6. Mitwirkung: Im Rahmen einer indirekten Teilnahme, z.B. durch Fragebögen oder Interviews können Menschen eigene Vorstellung und Kritik äußern. Bei der konkreten Planung und Umsetzung haben sie jedoch keine Entscheidungskraft.

7. Mitbestimmung: Beteiligungsrecht, das Menschen bei Entscheidungen einbezieht und ihnen das Gefühl des Dazugehörens und der Mitverantwortung vermittelt.

8. Selbstbestimmung: Hier wird die Aktion von den Betroffenen selbst initiiert. Es wird Eigeninitiative entwickelt, die von anderen engagierten Menschen unterstützt und gefördert wird. Die Entscheidungen werden von den Betroffenen getroffen und verantwortlich umgesetzt.

9. Selbstverwaltung: Menschen organisieren Aktionen selbst und kümmern sich um die Finanzierung und Durchführung. Belange anderer Gruppen werden berücksichtigt.

Mit der Verbreitung und den wachsenden Möglichkeiten des Web 2.0 gibt es eine neue Form der Partizipation, die sog. elektronische, oder E-Partizipation. Hiermit ist die Bürgerbeteiligung anhand von elektronischen Medien gemeint.

In der Theorie ermöglicht die E-Partizipation eine breite, zeitlich und örtlich ungebundene sowie individualistische Beteiligungsform. Jedoch ist die Einflussnahme bei aktuellen Entscheidungsprozessen in der Praxis noch nicht möglich und wird bislang seitens der Bundesregierung nicht aktiv vorangetrieben.

Inwieweit deshalb tatsächlich von „Partizipation“ im Sinne von einer aktiven Beteiligung gesprochen werden kann, ist fraglich.

Quellen:

http://www.bmz.de/de/service/glossar/P/partizipation.html

http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/17998/partizipation

http://de.wikipedia.org/wiki/Partizipation

http://www.zeit.de/digital/internet/2010-05/epartizipation-edemokratie-edemocracy/seite-2

http://www.social-community-day.de/wp/100/partizipationsmoglichkeiten-im-netz-fur-kinder-und-jugendliche/

Hart, Roger (1992) und Gernert, Wolfgang (1993), zit. in:
http://zukunftsschule.lernnetz.de/dll/pages/n427/PartizStufen.doc


In der Sendung erwähnte Webseiten

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 9 / 10:34

cnetz

Das cnetz ist ein Verein, in dem sich konservative Abgeordnete und Sympathisanten zusammengeschlossen haben. Es möchte das Bewusstsein für den durch das Internet stattfindenden gesellschaftlichen Wandel stärken. Seine Intention ist es, die politische Bildung und den demokratischen Diskurs im Rahmen der Digitalisierung zu fördern. Zudem möchte sie die ökonomische Bedeutung der Digitalisierung unserer Welt vermitteln. Das cnetz strebt eine bürgerliche und verantwortungsvolle Netzpolitik an, die einen fairen Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Interessen in einer pluralistischen Gesellschaft auch im Netz schafft. Die Initiatoren wollen dabei Werte und Normen im Zeitalter der Digitalisierung mit Leben füllen, die sich für unser Land als förderlich und segensreich erwiesen haben. Dazu gehören die im Grundgesetz niedergeschriebenen Grundrechte, aber auch ein von Respekt und Toleranz geprägter Umgang im alltäglichen Miteinander.

Quellen:

http://c-netz.de/uber-uns/

http://c-netz.de/satzung/

https://netzpolitik.org/2012/cnetz-neuer-cdu-verein-fur-netzpolitik/

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/cdu-und-konservative-gruenden-cnetz-verein-fuer-netzpolitik-a-824879.html

 

D64

Der Verein D64 sieht sich als ein Zentrum für digitalen Fortschritt, eine Art Think Tank nach dem Vorbild US-amerikanischer Denkfabriken. Er ist unabhängig von Parteipolitik, doch weist er eine Nähe zu Sozialdemokraten auf. In dem Verein sind Menschen tätig,  die täglich mit den Möglichkeiten und Herausforderungen des Internets für die Transformation unserer Gesellschaft arbeiten. Sie sind sich einig, dass man Politik für die Zukunft nicht mit Gedankengut von gestern machen kann. D64 will deshalb Taktgeber für die Politik sein, um Deutschland für die digitale Demokratie vorzubereiten. Der Vereinszweck ist die substanzielle Unterstützung der öffentlichen Debatte um die gesellschaftliche Veränderung durch das Internet, insbesondere im Hinblick auf die politische Entwicklung der Demokratie in Deutschland. Die Verantwortlichen sind davon überzeugt, dass die Digitalisierung der Welt durch das Internet in naher Zukunft die Rahmenbedingungen für demokratische Willensbildungsprozesse signifikant verändern werden.

Quellen:

http://d-64.org/satzung/

http://d-64.org/

 

Digitale Gesellschaft

Die „Digitale Gesellschaft“ möchte Verbraucherberatung und Verbraucherschutz, insbesondere hinsichtlich der Nutzung von digitalen Netzen, Medien und Inhalten fördern. Sie will das demokratische Staatswesen im digitalen Zeitalter durch den Einsatz für Grund- und Freiheitsrechte, informationelle Selbstbestimmung, Rechtsstaatlichkeit sowie demokratische Beteiligungsmöglichkeiten im Internet stärken. Sie möchte Bildung, Wissenschaft und Forschung, insbesondere auf den Gebieten Informatik, Kommunikationswissenschaften sowie Demokratie und Recht fördern.

Quelle: https://digitalegesellschaft.de/uber-uns/satzung/

Auf dem Kanal von „Digitale Gesellschaft“ ist zu sehen, mit welchen aktuellen Themen sich die Netzpolitikaktivisten beschäftigen:

https://www.youtube.com/user/digitalegesellschaft

Für denjenigen, der wirklich wissen möchte, was für Themen im Internet diskutiert werden, hier noch ein schönes Werk der Netzaktivisten von „netzpolitik.org“:

https://netzpolitik.org/wp-upload/np_jahresbuch_download_final.pdf


Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft

Siehe auch Zusatzmaterialien 9

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 9; 10:48

Seit dem 5. Mai 2010 untersucht die Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft Auswirkungen des Internets auf Politik und Gesellschaft. Ihre Aufgabe ist es, Empfehlungen für das Parlament zu formulieren. Die Kommission hat 12 Projektgruppen zu verschiedenen Themen gebildet:

  • Bildung und Forschung
  • Datenschutz, Persönlichkeitsrechte
  • Demokratie und Staat
  • Internationales und Internet Governance
  • Interoperabilität, Standards, Freie Software
  • Kultur, Medien, Öffentlichkeit
  • Medienkompetenz
  • Netzneutralität
  • Urheberrecht
  • Verbraucherschutz
  • Wirtschaft, Arbeit, Green IT
  • Zugang, Struktur und Sicherheit im Netz

Zu den Themen „Zugang, Struktur und Sicherheit“, „Offene Standards und Freie Software“ sowie „Internationales und Internet Governance“ hat die Enquete bereits Zwischenberichte und Handlungsempfehlungen veröffentlicht. Ende Januar 2013 beabsichtigt die Enquete-Kommission „Internet und Digitale Gesellschaft“, sich zu ihrer abschließenden Sitzung im Bundestag zu treffen. Diskutiert werden sollen die Zwischenberichte und Handlungsempfehlungen der Projektgruppen „Kultur, Medien und Öffentlichkeit“ der Verbraucherschutz.

Quellen:

http://www.bundestag.de/internetenquete/index.jsp

http://de.wikipedia.org/wiki/Enquete-Kommission_Internet_und_digitale_Gesellschaft

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Internet-Enquete-des-Bundestags-Von-Breitband-digitalen-Hilfswerken-und-freier-Software-1783760.html


Jugendkultur

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 10, S. 15 / 12:09, 19:55

Als Jugendkultur werden die kulturellen Aktivitäten und Stile von Jugendlichen innerhalb einer gemeinsamen Kulturszene bezeichnet. Der Begriff wurde von Gustav Wyneken geprägt. Der Inhalt einer Jugendkultur wird über Peer Groups vermittelt. Im weitesten Sinne entstehen in jeder vorhandenen Altersstufe immer wieder neue Jugendstile. Diese Stile können auch als „Geschmackskoalitionen“ bezeichnet werden. Sie bringen zum Ausdruck, wie Jugendliche denken, fühlen, was sie gut finden und gerne machen. Der jeweilige Stil hat für die Jugendlichen identitätsstabilisierende Bedeutung. Er dient ihnen auch dazu, Jugendliche zu finden, die ihren Lebensstil teilen.

Mitte der Neunziger schmetterte die Band Tocotronic „Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein“. Diesen Wunsch teilen viele Jugendliche. Doch nur eine Minderheit schließt sich einer Szene an. Diese Minderheit besitzt jedoch eine enorme Strahlkraft. Sieben von zehn Jugendlichen orientieren sich zumindest an einer Jugendbewegung. Jugendbewegungen haben es allerdings heutzutage immer schwieriger, denn „Jugendkulturen werden kleinteiliger und schnelllebiger“ (Klaus Farin, Szenekenner aus Berlin).

Im Spiegel äußern sich Jugendliche zu ihrer Szene, ihren Vorlieben und warum sie gegen was rebellieren. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie lassen sich nicht reinreden. Nicht von Eltern, nicht von Oma, nicht von Modeketten.

Quellen:

http://www.spiegel.de/schulspiegel/jugendkulturen-wir-lassen-uns-nichts-vorschreiben-a-718854.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Jugendkultur

http://lexikon.stangl.eu/527/jugendkultur/


Buchvorstellung

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 15 / 19:42

Birgit Kampmann, Bernhard Keller, Michael Knippelmeyer und Frank Wagner (Hrsg.): Die Alten und das Netz: Angebote und Nutzung jenseits des Jugendkults

In dem Buch von Birgit Kampmann u.a. geht es um die Strategie zur Gewinnung der Zielgruppe 50plus für das Medium Internet. Inhaltlich greift sie die quantitative und qualitative Internetznutzung der Adressaten im Alter von Ü50 auf. Weitere Themen, die ihr Buch behandelt sind: das Engagement und die Sicherheit im Netzwerk sowie Praxisbeispiele aus Handel, Medien, Finanzdienstleistung, E-Learning und Marktforschung. Allgemein werden hier die Personen in ihren Kompetenzen gestärkt und unterstützt. Die AutorInnen möchten darauf aufmerksam machen, dass auch User aus der älteren Generation regelmäßig das Medium Internet nutzen, u.a. für die Erhaltung sozialer Kontakte, Einkäufe oder Informationsaustausch.

Unter dem folgendem Link findet sich über die Darstellung des E-Books eine Leseprobe von dem Buch „Die Alten ins Netz“.

Quelle: http://www.springer.com/springer+gabler/marketing+%26+sales/book/978-3-8349-2859-7


Glossar

Browser

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 6 / 06:02

Ein Browser ist ein Programm, welches die grafische Darstellung von Inhalten im WWW unterstützt.

Quelle: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/browser.html

 

Email-Client

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 6 / 06:00

Dabei handelt es sich um Programme, mit denen E-Mails geschrieben, gelesen und versendet werden können (Mit Handys ist das ebenfalls möglich).

Quelle: http://tebani.de/Glossar.php

 

Killerspiele

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 11 / 14:00

Das sind Computerspiele, in denen der Spieler eine virtuelle Figur verkörpert und andere Figuren in diesem Spiel töten muss.

Quelle: http://www.google.de/#hl=de&tbo=u&q=killerspiele&tbs=dfn:1&sa=X&ei=di7tULKHNc3ltQb_y4D4AQ&ved=0CDEQkQ4&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_qf.&bvm=bv.1357316858,d.Yms&fp=ff3e5c85e1c8e70e&biw=983&bih=410

 

My SQL

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 6 / 05:50

ein weltweit bekanntes Datenbankverwaltungssystem, welches bevorzugt Daten für Webseiten speichert.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/MySQL

 

PHP (Personal HomePage Tools)

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 6 / 05:50

Zu Deutsch: persönliche Homepage Werkzeuge. Hiermit können Webserver gesteuert werden; normale Textdateien werden beim Aufruf vom Webserver in Maschinencodes umgerechnet.

Quelle: http://www.php-programmierer.de/definition-php/

 

Skype

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 4 / 02:50

Skype ist ein Computerprogramm, das verwendet wird, um mit anderen Nutzern dieses Programmes kostenlos zu telefonieren (Videotelefonie), zu chatten und Daten zu übertragen. Man kann nicht zu anderen Anbietern telefonieren. Wenn man ins Festnetz telefonieren will, fallen Gebühren an.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Skype

 

WLAN (Wireless Local Area Network)

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 64 / 06:05

Zu Deutsch: drahtloses Netzwerk. Hierbei besteht die Möglichkeit, eine Internetverbindung zu nutzen, ohne an einem Netzwerkkabel angeschlossen zu sein. Man ist hierbei über ein Funknetzwerk verbunden.

Quelle: http://www.google.de/#hl=de&tbo=u&q=wlan&tbs=dfn:1&sa=X&ei=xjHtUI23FMzIsgbn7oDoCw&ved=0CDEQkQ4&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_qf.&fp=ff3e5c85e1c8e70e&biw=983&bih=410


Interviewte Personen

Markus Beckedahl

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 3, S. 8, S. 9, S. 10 / 01:20, 08:44, 09:03, 09:18, 10:16, 10:57

Markus Beckedahl ist einer der einflussreichsten deutschen Blogger und netzpolitischer Aktivist. Er betreibt seit dem Jahr 2002 den vermutlich bekanntesten deutschsprachigen Blog zum Thema Politik & digitale Gesellschaft: https://netzpolitik.org/.

Quellen:

http://beckedahl.org/about/

https://netzpolitik.org/

 

Horst Buchholz

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 16 / 21:25

Horst Buchholz ist ehrenamtlicher Mitarbeiter und Beisitzer im Vorstand des „Arbeitskreis Berliner Senioren“. Diese, im Jahr 1984 gegründete, unabhängige Selbsthilfeorganisation beschäftigt sich mit den Belangen älterer Menschen und vertritt diese bei Bedarf auf kommunalpolitischer Ebene.

Quelle: http://www.senioren-berlin.de/?Arbeitskreis_Berliner_Senioren

Johnny Häusler

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 3, S. 6, S. 7,S. 14,S. 15, S. 16 / 01:14, 06:14, 07:02, 16:55, 18:59, 21:55

Jörg „Johnny“ Häusler ist als Blogger, Mediendesigner, Radiomoderator und Musiker aktiv. Am bekanntesten dürfte der gebürtige Berliner für sein Weblog http://www.spreeblick.com/ sein, in welchem er sich regelmäßig zu aktuellen, oft netzaffinen Themen äußert.

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Johnny_Haeusler

http://www.spreeblick.com/

 

Birgit Kampmann

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 3, S. 15, S. 16 / 01:51, 19:55, 21:11

Birgit Kampmann ist seit 2005 Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums „Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.“, einem Institut unter dem Dach der Fachhochschule Bielefeld.

Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf einer genderorientierten (Weiter-)Bildung im IT-Bereich.

Quelle: http://www.kompetenzz.de/Struktur/Vita/Kampmann

 

Nicole Zillien

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 3, S. 11 / 01:01, 12:22, 14:00

Dr. Nicole Zillien ist deutsche Soziologin und hat derzeit eine Vertretungs-Professur an der Universität Trier inne. Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Konsum- und Kommunikationsforschung. U.a. veröffentlichte sie zum Thema der unterschiedlichen Internetnutzungen durch verschiedene Gesellschaftsgruppen diverse eigene Werke sowie Beiträge in wissenschaftlichen Fachzeitschriften.

Quelle: http://www.uni-trier.de/index.php?id=6212

 

4 Antworten auf Zusatzmaterial zum Thema 10

  1. Pingback: Eröffnung der Themenwoche 10: Silver Surfer – Generationenkonflikte im Internet | Funkkolleg 2012/2013

  2. Pingback: Medien sind wie Leitungswasser | Funkkolleg 2012/2013

  3. Pingback: Vom Sudoku in die Digitale Welt | Funkkolleg 2012/2013

  4. Martin O. sagt:

    Problematisch erscheint es mir, wenn ein Etikett wie das des Senioritätsprinzips herangezogen wird, um die Abwehrhaltung älterer Menschen gegenüber dem digitalen Wandel zu erklären. Selbst wenn solche sozialpsychologischen oder ethnologischen Erklärungsmuster oft zutreffen mögen, liegt in ihnen, finde ich, doch auch eine gewisse überhebliche Stigmatisierung. Kritische Stimmen erscheinen so als Platzhirsche, deren Sicht der Welt durch das Neue und Fremde erschüttert wird und die sich deshalb umso krampfhafter an alte Stammesrituale klammern. Gerät nicht, wer derart Manfred Spitzer und andere Kritiker quasi pathologisiert, leicht in den Verdacht, sich einer argumentativen Auseinandersetzung mit den inhaltlichen Einwänden zu entziehen? (Mit etwas Phantasie ließen sich im Gegenzug ja auch die Apologeten des digitalen Fortschritts in vergleichbare ethnologische Szenarien einordnen – vielleicht als Häuptlinge, die für sich die Deutungshoheit reklamieren in einer zur säkularen Stammesreligion erhobenen Kultur des permanenten „Change“.)

    Vor allem aber bezweifle ich, ob das für vormoderne Stammesgesellschaften entwickelte Konzept des Senioritätsprinzips sich überhaupt sinnvoll auf die Moderne übertragen lässt. Vormodern finde ich insbesondere den Begriff von Fortschritt, der dem Senioritätsprinzip zugrunde liegt. Schließlich gilt seit Rousseau Fortschritt als ausgesprochen ambivalente, wenn nicht gar paradoxe Angelegenheit: Als fortschrittlich kann sich gerade der erweisen, der den Fortschritt in Frage stellt und für die Bewahrung des Erhaltenswerten eintritt. Spätestens mit dem Aufkommen der Ökologie-Bewegung in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts hat sich doch die Einsicht etabliert, dass technischer Fortschritt nicht per se zum Wohl der Menschheit beiträgt. Dieser von einer langen Tradition der Technikkritik errungene Konsens scheint heute plötzlich außer Kraft gesetzt: Wo es um die rasante digitale Revolution geht, konstatiere ich eine oft erstaunlich naiv anmutende Fortschrittsgläubigkeit. Wir machen uns heute ganz selbstverständlich Sorgen um eine durch die Auswüchse der hochtechnisierten Industriegesellschaft bedrohte (äußere) Natur, tun uns dagegen noch schwer mit einer ähnlichen Besorgnis um die Zukunft unserer inneren Natur in einer zunehmend virtualisierten Informationsgesellschaft. Wer weiß, vielleicht wird Manfred Spitzer dereinst noch als Pionier einer Bewusstseinsökologie gewürdigt werden 😉

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