Zusatzmaterial zum Thema 14

Die digitale Boheme – Netzkultur als Lebensstil

Hier finden Sie Zusatzmaterialien zur 14. Sendung.

Die Zusatzmaterialien sind:

1. Für interessierte Hörerinnen und Hörer als vertiefende Informationen zu den Themen der einzelnen Sendungen.

2. Für Multiplikatoren/Lehrkräfte. Sie finden bei jedem Zusatzmaterial einen Bezug zum Manuskript und der Zeitmarkierung (01:20 gelesen: Start der Sequenz bei 1 Minute 20 Sekunden), damit Sie direkt zum Thema im Beitrag gelangen können. Die Zugangsdaten für die Sendemanuskripte werden den Multiplikatoren per Mail mitgeteilt.

Die Materialien wurden zusammengetragen vom Seminar, Prof. Dr. Franz Josef Röll, Hochschule Darmstadt, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und soziale Arbeit.

Die Materialien wurden zum Zugriffszeitpunkt 18.02.2013 erstellt.

pdflogoAlle Zusatzmaterialien für das 14. Thema können Sie hier auch als pdf   herunterladen.


 

Übersicht

Der flexible Kapitalismus – Veränderung der Arbeitswelt, neue ArbeitsmodelleDigitale Bohéme – Coworking Space – Betahaus – Urbane PennerBuchvorstellung – Holm Friebe; Sascha Lobo: „Wir nennen es Arbeit – die digitale Boheme oder: intelligentes Leben jenseits der Festanstellung“
Prekariat
In der Sendung vorgestellte Webseite: http//www.gruenderszene.de/
Glossar
Interviewte Personen



Der flexible Kapitalismus

Ergänzung zur Sendung

Die Komplexität der Lebenswelt nimmt zu. Die Sicherheiten traditioneller Bindungen und Strukturen gehen verloren (Entgrenzung, Durchlässigkeit). Begleitet wird dieser Prozess von einer technischen Beschleunigung, einer Beschleunigung der sozialen und kulturellen Veränderungsraten sowie einer Beschleunigung des Lebenstempos (Rosa 2005). Beeinflusst wird diese Entwicklung von der Globalisierung. Die weltumspannenden Informations- und Finanzmärkte operieren in Sekundenbruchteilen und sind längst politisch und rechtlich nicht mehr steuerbar. Eine Folgeerscheinung dieser Entwicklung ist, dass es zu einem Kontrollverlust hinsichtlich Karriere und Lebensplanung kommt sowie zur Erfahrung, dass es in allen Bereichen zu einem Abbau von Strukturen kommt, die auf Langfristigkeit und Dauer angelegt sind. Das neue Leitbild ist nach Auffassung des amerikanischen Soziologen Sennet (1998) „der flexible Mensch“.

Die Netzwerke des Internet bilden das kommunikative Gerippe des „flexiblen Kapitalismus“. In seiner Untersuchung beschreibt Sennet den Wandel unserer Produktionsverhältnisse. Er diagnostiziert einen Übergang vom Industriekapitalismus (Fordismus) zu einem System der flexiblen Spezialisierung. Spezialisierte Produktions- und Zuliefererbetriebe lösen die Fließbandproduktion einer Fabrik auf. Die Standorte und Arbeitsabläufe dieser Zulieferer orientieren sich ständig flexibel an den Notwendigkeiten der globalisierten Wirtschaft.

Nur die reaktionsschnelle, anpassungsfähige Persönlichkeit ist in der Lage, sich gegenüber dem „flexiblen Kapitalismus“ zu behaupten. Sennett verweist auf die gefährlichen Fallstricke, in denen sich die Erfolgszwanggeplagten verfangen, weil sie immer weniger auf ihr Wissen vertrauen dürfen, wobei zugleich die Furcht vor neuen Anforderungen wächst. Der flexible (neoliberale) Kapitalismus führt jedoch keineswegs zu mehr Gleichheit, eher scheint es, als ob sich Ungleichheiten verstärken. Selbstmanagement und Flexibilität wird zur Überlebenskompetenz in einer Gesellschaft, die vom flexiblen Kapitalismus geprägt ist.

Quellen:

Rosa, Hartmut (2005): Beschleunigung – Die Veränderungen der Zeitstrukturen in der Moderne. Frankfurt

Sennet, Richard (2000): Der flexible Mensch – Die Kultur des neuen Kapitalismus. München.

Veränderung der Arbeitswelt, neue Arbeitsmodelle

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 2, S. 5, S. 11, S. 12, S. 14, S. 17, S. 18, S. 20 / 00:32, 03:33, 12:11, 13:06. 14:13, 16:35, 18:25, 20:10, 21:19, 24:23

Social Media (Web 2.0) verstärkt den Trend zu neuen Arbeitsmodellen, die neue Herausforderungen an die Arbeitnehmer stellen. Sie bieten Potentiale in einer fluiden Gesellschaft, aber zugleich sind mit ihnen erhebliche Risiken verbunden.

Beim florierenden Online-Filmverleiher Netflix können die Mitarbeiter über ihre Arbeitszeit frei verfügen. Wo, wann und wie lange sie an der jeweiligen Aufgabe arbeiten, obliegt ihrer Disposition. Entscheidend ist die Leistung. Sie dürfen sogar selbst über die Anzahl ihrer Urlaubstage entscheiden. Der Rohstoff für das Geschäft seien zündende Ideen. Menschen sind vor allem dann in der Lage ihre Potentiale zu entfalten, wenn sie unbelastet sind, teilte Netflix-Sprecher Steve Swasey dem britischen „Daily Telegraph“ mit. Richtlinien, Vorschriften, Regelungen und Bestimmungen seien Innovationskiller.

Wenn Mitarbeitern mehr Entscheidungsfreiheit haben, so das Leitbild (Credo) von Netflix, steigert dies ihr Verantwortungsgefühl und sie fühlen sich ernster genommen. Das bei slideshare veröffentlichte Leitbild: „Netflix Culture – Freedom and Responsibility“ wird im Internet als Anleitung empfohlen, wie heute ein Unternehmen zeitgemäß organisiert sein müsste.

Die kreative „Geheimwaffe“ von Google ist das 20/80-Modell. Über einen Tag pro Woche, das sind 20 Prozent der Arbeitszeit, können Google-Mitarbeiter frei verfügen. Einige der innovativsten Projekt-Entwicklungen sind in diesem Zeitraum entstanden, so z.B. Google Mail, Google News Reader und Google Talk. Allerdings wird das Zeitbudget  für Eigenprojekte kontrolliert. Nahtlos sind die Projekte in die Arbeitsumgebung integriert. Im Zielgespräch müssen die Projekte angemeldet werden. Alle Ressourcen der Firma stehen den Mitarbeitern zur Verfügung, inkl. des Serverzentrums mit tausenden Maschinen. Was der Mitarbeiter in der Arbeitszeit entwickelt, gehört Google. Im Gegenzug gibt es ein ausgeklügeltes Anreiz- und Belohnungssystem.

Auch die Firma IBM ist bereits dazu übergegangen, die Urlaubstage nicht mehr genau zu zählen. Mit derartigen Arbeitsmodellen werden die Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben aufgeweicht. Aus Furcht vor Nachteilen nehmen viele Mitarbeiter eher weniger Urlaubstage als zuvor. Da der Arbeitsdruck steigt, sind die Vorteile verbunden mit einer Verdichtung der Arbeitsbelastungen.

Quellen:

http://de.slideshare.net/reed2001/culture-1798664

http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/neue-arbeitszeitmodelle-urlaub-ohne-ende-a-711917.html

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/strategie/innovationen-ein-tag-fuer-eigene-ideen/3751634.html


Digitale Bohéme

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 7, S. 8, S. 9, S. 10, S. 11, S. 15, S. 19, S. 20, S. 21 / 07:38, 08:06, 08:43, 09:06, 10:09, 13:06, 17:42, 22:35, 24:06, 25:29

Der Begriff „Digitale Bohéme wurde geprägt von der Frankfurter Künstlergruppe „Station Rose“. Bekannt wurde er durch Holm Friebe und Sascha Lobo. Wie in der Sendung ausführlich ausgeführt, bezieht sich der Begriff „Digitale Bohéme“ auf Personen, die eine starke Affinität zu den digitalen Medien haben und im Spannungsverhältnis zwischen Selbstbestimmung und Selbstausbeutung zu verorten sind. Anbei ergänzende Materialien zum Thema

In dem Film „Elektrischer Reporter 04: Digitale Bohème“ erläutern Holm Friebe und Sascha Lobo in Ergänzung ihres Buches „Wir nennen es Arbeit“ die Rolle von „Respekt“ im Arbeitsleben und berichten von dem freudvollen und zielführenden Arbeiten in Gruppenstrukturen jenseits des Prekariats. Sie legen dar, wie im Internet der Traum des selbstbestimmten Arbeitens jenseits von Festanstellung oder GmbH-Gründung verwirklicht werden kann.

Beratung und Unterstützung bei der Umsetzung von Anfangsideen bietet das „Labor für Entrepreneurship“ an. Gründer erhalten Hilfe dabei, ihr Business Modell systematisch zu reflektieren und auf betriebswirtschaftliche Aspekte hin zu beurteilen.

Die Sendereihe „Tolle Ideen? – Was wurde daraus?“ des Deutschlandfunks hat sich mit den Kriterien beschäftigt, die Ideen begünstigen sowie mit den Gründen für die Verhinderung der Umsetzung von Ideen.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/925342/

Quellen:

http://digitalbohemian.wordpress.com/category/wer-oder-was-ist-die-digitale-boheme/

http://www.entrepreneurship.de/labor/einfuehrung/

http://www.wirnennenesarbeit.de/index.html?nr=20060928113212

„Diese verflixten tausend Euro“
Blogger Don Alphonso in der FAZ über die Digitale Boheme, 2012
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitale-boheme-in-berlin-diese-verflixten-tausend-euro-11823254.html

„Digitale Boheme revisited“
Nachbetrachtung von Holm Friebe, 2010
http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=digitalebohemerevisited&nr=35

„Silicon City“
Berlin erlebt seine zweite Interneteuphorie – wie viel Substanz steckt
diesmal darin?
http://www.zeit.de/2012/09/Silicon-City/komplettansicht

Engl. Blog über Startups in Berlin
http://siliconallee.com/

Coworking Space

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 2, S. 3, S. 11, S. 18 / 00:32, 01:35, 13:06, 21:35

Coworking Space bedeutet, dass viele beruflich selbstständige Personen in einem gemeinsamen Raum zusammen arbeiten und oder gemeinschaftliche Büros nutzen. Alle Personen sind voneinander unabhängig, profitieren allerdings von der vorhandenen Infrastruktur (Netzwerk, Drucker, Scanner, Fax, Telefon, Beamer, Besprechungsräume) in solchen Büros. So können die Fixkosten gesenkt werden. Die Nutzung ist oft unverbindlich und zeitlich flexibel. Es gibt Regelungen, die eine Tages-, Wochen- oder Monatsnutzung ermöglichen.

Dass sich vor allem Selbstständige, Kreative, digitale Nomaden und Unabhängige zusammentun, liegt meist daran, dass sie sich den gleichen Herausforderungen zu stellen haben. Entstehende Probleme können somit gemeinsam gelöst werden. Gemeinsame Aktivitäten, Veranstaltungen und Workshops fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl (community). Derartige Arbeitsgemeinschaften sind oft ein kreativer Nährboden für neue Ideen.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Coworking

Liste deutscher Coworking-Spaces
http://www.coworking.de/

Internationale Coworking-Spaces
https://www.deskwanted.com/

 

Betahaus

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 2, S. 4, S. 5, S. 11, S. 18, S. 20 / 00:32, 02:58, 03:20, 03:33, 13:06, 21:35, 24:06.

Betahaus is a coworkingspace for creative minds and we rent out workspace!

Das erste Betahaus wurde in Berlin eröffnet und bietet auf rund 2000qm mit sogenannten „Coworking Spaces“ der digitalen Boheme eine neue Arbeitsheimat. Es ist ein Arbeitsraum, eine Plattform, die den Ansprüchen von Kreativen und Freiberuflern gerecht werden soll, die der drohenden Vereinsamung im Home-Office entfliehen wollen. Hier finden sie die passenden Ansprechpartner, können Probleme diskutieren. So auch der Coworking-Kerngedanke: Ein soziales Netz wird mit den Annehmlichkeiten des digitalen Zeitalters verknüpft: analog und digital, direkter Kontakt parallel zu Facebook.

Das Interieur zielt nicht auf Eleganz oder Prestige, ganz im Gegenteil: alles ist offen und zweckmäßig eingerichtet (z.B. stehen Schreibtische auf Böcken in einer Reihe, es wird mit Dreiersteckdosen gearbeitet usw.). Schreibtische können ab 12 EUR pro Tag angemietet werden. Fixdesk-User zahlen 229 EUR Miete im Monat und können ihre Unterlagen liegen lassen. Flexdesk-User müssen ihren Schreibtisch so verlassen, wie sie ihn vorgefunden haben. So hat man die Möglichkeit, auf Bedarfe schnell zu reagieren und ggf. Schreibtische dazu zu mieten oder aber auch wieder abzugeben.

Coworking ist ein aus den USA stammender Begriff. In New York ist es üblich, Büroräume zu teilen, denn diese sind rar und teuer. Dies trifft zwar auf Berlin nicht zu, trotzdem kommen im Schnitt 40 User zum Arbeiten ins Berliner Betahaus. Im Cafe des Betahauses reichen sich die Leute Jobs hin und her, daher hat man ihm auch den Namen „Wissensarbeiterkantine“ gegeben.

Führungen finden jeden Dienstag und Donnerstag (Anmeldelink) statt. Inzwischen gibt es Betahäuser in Berlin, Hamburg, Köln, Sofia und Barcelona.

Quellen:

www.betahaus.de

www.spiegel.de/unispieggel/jobundberuf/coworking-bueros-schreibtisch-frei-ab-zwoelf-euro-a-661240.html

Urbane Penner

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 6, S. 10 / 06:07, 10:40

Diese Bezeichnung stammt von Mercedes Bunz, der deutschen Kulturwissenschaftlerin, Journalistin und Chefredakteurin des Berliner Stadtmagazins „zitty“. Sie hat den Begriff „Urbane Penner“ für die kreative, hippe, hochqualifizierte und unterbezahlte Elite Berlins erfunden. Die Mieten, so erklärt Mercedes Bunz, sind in Berlin so billig, dass sich junge, kreative Menschen aus ganz Deutschland, ja aus aller Welt, in Berlin niederlassen.

Als Problem definiert sie den folgenden Kreislauf:

Keiner verdient genügend mit seiner Kreativität – keiner hat Geld – keiner kann für die Kreativität des anderen bezahlen – keiner verdient etwas…

„Meine Armut kotzt mich an“, steht auf dem Titel der Zeitschrift Zitty.

Quellen:

http://www.mercedes-bunz.de/wp-content/uploads/2006/05/bild1.jpg

http://www.single-generation.de/pop/mercedes_bunz.htm

http://www.mercedes-bunz.de/texte/urbaner-penner/

Buchvorstellung – Holm Friebe; Sascha Lobo: „ Wir nennen es Arbeit – die digitale Boheme oder: intelligentes Leben jenseits der Festanstellung“

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 5, S. 7, S. 9, S. 10, S. 11, S. 12, S. 15, S. 20 / 03:56, 07:51, 09:41, 10:09, 11:31, 13:53, 14:44, 14:57, 15:07, 15:36, 17:35, 24:49

Das Internet ist nicht nur Spielwiese, sondern Einkommens- und Lebensader für die digitale Bohéme. Um den Traum vom selbstbestimmten Leben verwirklichen zu können, verzichtet man dankend auf einen Arbeitsvertrag. Neue Technologien geben Möglichkeiten, eigene Projekte und Betätigungsfelder zu erfinden. Ihre Ideen erreichen ein großes Publikum und die Angehörigen der digitalen Bohéme finanzieren damit ihren Lebensunterhalt. Friebe/Lobo sprechen in Ihrem Buch von einem zeitgemäßen Lebensstil, der sich überdies zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt.

Die digitale Bohéme schaltet Werbebanner auf ihren Websites, handelt mit virtuellen Immobilien, verkauft ihre Ideen an Konzerne oder lässt ihre Projekte sponsern. Ihre enge Einbindung in künstlerische, soziale und digitale Netzwerke bringt ständig neue und teils überraschende Erwerbsmöglichkeiten mit sich. Die digitale Bohéme agiert fernab vom Angestellten-Frust. Bei ihnen geht es nicht um „Arbeitszeit-Absitzen“ und „Gehalt–Einstreichen“.

Immer mehr entscheiden sich für ein Leben in Freiheit mit dem Hauptziel, einen selbstbestimmten Arbeitsstil zu verfolgen. Diese Produkte und ihre Arbeitsweise verändern den Charakter des Internets und der Medien. In ihrem Buch stellen Friebe und Lobo erfolgreiche Konzepte und innovative Ansätze vor. Sie erklären wirtschaftliche, technische und soziale Entwicklungen und deren Hintergründe.

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Holm_Friebe

http://de.wikipedia.org/wiki/Sascha_Lobo

http://wirnennenesarbeit.de/

„Was haben wir da angerichtet“
taz-Interview mit Holm Friebe, 2013
http://www.taz.de/!105151/


Prekariat

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 13 / 15:36, 16:05

Der Begriff Prekariat stammt aus der Soziologie. Es handelt sich um eine Wortschöpfung, geformt aus den Teilen des Begriffs Prekarität (prekär = schwierig, heikel, ungewiss) und aus dem Wort Proletariat, das eine allgemein besitzlose gesellschaftliche Klasse bezeichnet. Das Prekariat setzt sich aus gering verdienenden Selbständigen und Angestellten auf Zeit, Praktikanten, chronisch kranken Menschen, Langzeitarbeitslosen und Alleinerziehenden zusammen.

Der Begriff bezeichnet daher eine nicht homogene soziale Zusammenstellung. Grundlegend beschreibt er eine neue soziale Gruppierung, die durch verhältnismäßig ungesicherte Beschäftigungsformen zukunftsgefährdet sind. Die charakterisierten Unterschiede liegen bei den oben aufgezeigten ungesicherten Arbeitsverhältnissen. Ungünstige Veränderungen und Unsicherheiten im Erwerbsleben führen zu einer unsicheren Lebensgestaltung. Dies kann auch schnell zum sozialen Abstieg führen. Eine der zu befürchtenden Folgen sind veränderte Erwerbsformen im Alter und in Folge dessen Altersarmut.

http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/Publikationen/Studien/gutachttext-wissenschaftlicher-beirat-altersarmut,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf
Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Prekariat

http://www.fremdwort.de/suchen/bedeutung/Prekariat

http://www.enzyklo.de/Begriff/Prekariat

http://www.sozialpolitik-aktuell.de/kontrovers-das-aktuelle-thema-altersarmut.html

„Freiheit muss nicht arm machen“
Buchrezension von Kolja Mensing, 2006
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/550198/


In der Sendung vorgestellte Webseite: http//www.gruenderszene.de/

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 19 / 23:39

Bei www.gruenderszene.de handelt es sich um Deutschlands führendes Onlinemagazin für Gründer, Startups und Investoren aus der digitalen Wirtschaft. Was 2006 als Blog zu Themen rund ums Unternehmertum startete, hat sich seither zu einem breitgefächerten und vielgenutzten Informationsportal zu aktuellen Themen aus der Digitalwirtschaft entwickelt. Auf „Gründerszene“ finden Leser Sachartikel, Fachbeiträge, Interviews und Expertentipps sowie ein Lexikon zu Themen wie Medien, Internet und Wirtschaft. Sie dient als Wissenssammlung für Gründungsinteressierte. Die Datenbank von Personen, Unternehmen und Investoren aus der deutschen Webwirtschaft kann zugleich als Recherchetool verwendet werden. Außerdem bietet das Onlinemagazin ein Seminar-Programm und eine Jobbörse. Auch hält „Gründerszene“ Möglichkeiten zum Austausch und zur Diskussion bereit.


Glossar

Clickworker

Bezug zum Manuskript: S. 12 / 14:28

Der ursprünglich aus einem Projekt der NASA stammende Begriff bezeichnet Internetnutzer, die nach dem Prinzip des Crowdsourcing (Auslagerung traditionell interner Teilaufgaben) Aufgaben und Projekte für Unternehmen übernehmen, ohne bei diesen direkt angestellt zu sein. Clickworker arbeiten in der Regel freiberuflich und erledigen dabei, meistens von zu Hause aus, vor allem inhaltliche und innovative Aufgaben wie Texterstellung und Design oder auch Datenrecherche und Informationsverifizierung.

Clickworker und die an dieser Dienstleistung interessierte Unternehmen finden auf sogenannten Crowdsourcing-Plattformen zueinander. Mittlerweile existieren professionelle Crowdsourcing-Unternehmen, die sich um die Rekrutierung, die Abwicklung der Aufträge, die Qualitätssicherung der Ergebnisse und die Bezahlung der Clickworker kümmern.

http://pagewizz.com/heimarbeit-2-0-im-test-meine-erfahrungen-mit-clickworker/

http://de.wikipedia.org/wiki/Clickworker

http://www.clickworker.com/de/faq/#allgemein

 

e-bay-PowerSeller

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 12 / 14:32

Wenn professionelle gewerbliche Verkäufer bei e-bay kontinuierlich hohe Umsätze vorweisen können, werden sie PowerSeller genannt. Eine Voraussetzung ist, dass die Verkäufer ein Gewerbe angemeldet haben und mindestens 100 Bewertungspunkte bekommen haben. Diese müssen mindestens 98 % positiv sein. Bei den detaillierten Verkäuferbewertungen wird ein Durchschnittwert von 4,4 in jedem Bereich verlangt. Je nach Umsatz gibt es verschiedene PowerSeller-Levels: Bronze, Silber, Gold und Platin. Verbunden mit diesen Bewertungen sind Rabatte und Vorteile. Zusätzlich können PowerSeller noch ihren Service-Status bewerten lassen: „Durchschnittlich“, „Überdurchschnittlich“ und „Verkäufer mit Top-Bewertung“.

Quelle: http://pages.ebay.de/services/buyandsell/powerseller/index.html

 

NGOs

Bezug zum Manuskript S. 4 7 02:48

NGO ist die Abkürzung für Non-Governmental Organization. Hierunter versteht man nicht-staatliche Gruppierungen oder Institutionen, deren Fokus nicht auf Gewinnorientierung, sondern in der Verwirklichung ideeller Ziele liegt. Es existiert keine genaue Auslegung der Tätigkeitsbereiche von NGOs, jedoch bezeichnet der Begriff überwiegend Gruppierungen, die sich für Drittweltanliegen, Umweltschutz, Menschenrechte, Frauen- und Minderheitenrechte sowie für soziale Fragen stark machen. Die Finanzierung der NGOs erfolgt über Spenden, über Zuschüsse des öffentlichen Sektors oder über kommerzielle Aktivitäten, mit denen sie die ideelle Arbeit quersubventionieren.

NGOs nehmen in den letzten fünfzehn Jahren einen immer wichtigeren Platz auf internationaler Bühne ein und werden von internationalen Körperschaften wie der UNO, der EU oder der Weltbank in viele Projekte eingebunden. Auch Großkonzerne lassen sich immer häufiger aus Imagegründen von NGOs beraten oder gar kontrollieren.

http://kompass.humanrights.ch/cms/front_content.php?idcat=847

https://de.wikipedia.org/wiki/Nichtregierungsorganisation

http://www.bilanz.ch/luxus/ngo-was-ist-das


Interviewte Personen

Mercedes Bunz

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 5, S. 6 / 05:44, 06:07

Dr. Mercedes Bunz ist eine deutsche Kulturwissenschaftlerin und Journalistin. Sie studierte ab 1991 Philosophie und Kunstgeschichte an der FU Berlin und promovierte als Dr. phil. im Jahr 2005 an der Bauhaus-Universität Weimar mit einer Arbeit über die Entwicklung des Internets von 1950 bis 1980. Sie war bei verschiedenen Online- sowie Printmedien tätig. Derzeit arbeitet sie überwiegend an ihrem Wohnsitz London für DRadio Wissen und Bayern 2 an Berichten über Entwicklungen im Medienbereich.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Mercedes_Bunz

 

Sascha Lobo

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 2, S. 3, S. 6, S. 9, S. 10, S 11, S. 15, S. 17, S. 19 / 00:32, 02:09, 02:34, 07:27, 09:41, 10:09, 13:06, 17:45, 20:10, 22:35

Sascha Lobo ist ein populärer Blogger, Autor, Journalist und Werbetexter, der sich hauptsächlich mit digitalen Technologien und deren gesellschaftlicher Bedeutung beschäftigt. Er studierte in Berlin erst Lebensmittel-, Brauerei- und Biotechnologie, anschließend Publizistik und schließlich Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. Neben diversen anderen Tätigkeiten ist Lobo als Mitglied im Online-Beirat der SPD tätig.

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Sascha_Lobo

http://saschalobo.com/

Ein Beitrag Lobos in seiner Kolumne auf spiegelonline:
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/sascha-lobo-was-man-2013-ueber-das-internet-wissen-muss-a-875246.html

 

Kolja Mensing

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 12 / 14:44

Kolja Mensing studierte von 1991 bis 1995 Politikwissenschaft und Geschichte. Nach einer vierjährigen Anstellung in der Kulturredaktion der taz ist der Wahl-Berliner seit 2003 als freier Journalist, Autor und Dokumentarfilmer tätig.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kolja_Mensing

 

Tonia Welter

Bezug zum Manuskript/Audio: S. 2. S. 4, S. 5, S. 16, S. 18, S. 20, S. 21 / 00:32, 02:58, 03:33, 18:40, 21:19, 24:23, 25:29

Tonia Welter studierte Industriedesign in Berlin. Ihre vielgelobte Abschlussarbeit war die Ausstellung „Schöne neue Welt“, welche von der Verschmelzung digitaler Nutz- mit Alltagsgegenständen handelt.

Seit 2008 entwickelt sie eine USB-Schmuckkollektion, welche die Funktion von USB-Sticks mit Modeschmuck verbindet. Seit 2009 ist sie als Gründerin im „betahaus berlin“ tätig.

Quellen:

http://www.transmediale.de/node/11585

http://toniawelter.de/about.html


 

3 Antworten auf Zusatzmaterial zum Thema 14

  1. Pingback: Eröffnung der Themenwoche 14: Digitale Boheme – Netzkultur als Lebensstil | Funkkolleg 2012/2013

  2. Renate Hillings sagt:

    das Zusatzmaterial ist für mich wichtiger und informativer als die Sendung
    Danke!

  3. pelzer sagt:

    Liebe Frau Hillings, prima, freut uns sehr, wenn die Arbeit zur Zusammenstellung der Zusatzmaterialien für Sie hilfreich ist in der eigenen Bearbeitung der Themen, Danke vom Team!

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